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Ratsdepesche Ausgabe 21

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2009 - 2014 Die Bilanz der FDP-Fraktion im Stadtrat

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Dresden

FDP/FB-Fraktion: Karlsbrücke und Augustusbrücke nicht vergleichbar – zuerst Aufwertung der Neustädter Elbseite notwendig

(Dresden/22.09.2014) Nach Medienberichten vom heutigen Montag halten die Grünen an ihrer Forderung der Sperrung der Augustusbrücke für den Autoverkehr fest. In regelmäßigen Abständen wiederholen die Grünen diese Forderung und vergleichen die Augustusbrücke immer mit der Karlsbrücke in Prag, obwohl es allgemein bekannt ist, dass die Karlsbrücke und die Augustusbrücke weder in ihrer Bauart noch in ihrer Bedeutung für die Infrastruktur vergleichbar sind.

Dazu erklärt Holger Zastrow, der Vorsitzende der FDP/FB-Stadtratsfraktion:
"Wir lehnen eine Sperrung der Augustusbrücke für den Autoverkehr ab. Die Augustusbrücke ist und wird keine Karlsbrücke. In ihrer Dimension und Funktionalität lässt sich das Dresdner Brückenbauwerk nicht mit dem in Prag vergleichen. Während die Karlsbrücke mit einer Breite von 10 Metern eine vergleichsweise kompakte und enge Brücke ausschließlich für Fußgänger ist, fährt auf der bis zu 25 Meter breiten Augustusbrücke sogar eine Straßenbahn. Allein dieser Umstand schließt den verspielt-romantischen Charakter der Karlsbrücke bei der Augustusbrücke aus. Gern diskutieren wir über mehr Komfort für Fußgänger auf der Augustusbrücke. Denkbar ist, dass sich der Individualverkehr und der ÖPNV in Zukunft die Fahrspuren teilen, um mehr Raum für Fußgänger zu schaffen. Aber ohne eine deutliche Steigerung der Attraktivität der Neustädter Elbseite zum Beispiel durch eine Aufwertung des Neustädter Marktes, einer Lösung für die unsanierten DDR-Wohnblöcke rechts und links vom Goldenen Reiter, einer Sanierung der verwahrlosten Brunnenanlage, einem Zukunftskonzept für das Blockhaus und der Schaffung einer östlichen Fußgängerüberquerung oder der Sanierung des Fußgängertunnels für die Große Meißner Straße und auch durch eine liberalere Einstellung der Stadt zu Straßenmusik, Straßenkultur, Straßenhändler sind alle Mutmaßungen über die positiven Effekte einer Fußgängerbrücke völlig substanzlos.

Die Augustusbrücke wurde zwischen 1907 und 1910 als massive Straßenbrücke zur Aufnahme hoher Verkehrslasten konstruiert; eine Funktion, die die bereits 1357 erbaute Karlsbrücke nie hatte. Ein Verzicht auf die Augustusbrücke hätte für den Straßenverkehr in Dresden erhebliche Auswirkungen. Zum Vergleich: In Dresden gibt es zurzeit sieben Brücken, wovon vier im Stadtzentrum liegen. In der Innenstadt von Prag gibt es dagegen 15 Brücken über die Moldau. Wer bei der derzeitigen Dresdner Verkehrssituation ernsthaft die Sperrung einer Brücke in Erwägung zieht, lebt in einer anderen Welt. Auch dass die Straßenbahn auf der Augustusbrücke verbleiben soll, schließt bereits eine Nutzung wie von den Grünen vorgeschlagen aus. Der erneute Vorstoß zur Sperrung der Augustusbrücke ist ein weiterer untauglicher Versuch, den Sinn der Dresdner Elbbrücken in Frage zu stellen und ebenfalls der erneute Versuch, den Individualverkehr zu beschränken. Auch wenn die Augustusbrücke nicht die Belegungszahlen aufweist, die andere Dresdner Brücken haben, so stellt sie trotzdem ein wichtiges Bindeglied zwischen der Altstadt und der Neustädter Seite dar."