Dresden
ANTRÄGE DER FDP-FRAKTION IM DRESDNER STADTRAT

Neumarkt – Bebauung Quartier VI
(eingereicht: 15.01.2010)
(beschlossen am: 03.06.2010)

Beschlussvorschlag:

Der Stadtrat möge beschließen:

1. Die Bebauung des Quartiers VI des Neumarktes erfolgt im Umgriff entsprechend dem am 12. Februar 1945 vorhandenen Zustand. Insoweit wird das städtebaulich-gestalterische Konzept für den Wiederaufbau des Neumarktes (Beschluss Nr.: V1272-28-2001 vom 17.01.2002 Nr.) geändert. Der Punkt 3 des Beschlusses Nr. V1203-SB33-06 wird aufgehoben.

2. Das (historische) Gewandhausgrundstück wird im Wesentlichen begrünt, dabei sollen die Linien der Bebaubarkeit bzw. der historischen Bebauung mit dem 1791 abgeris-senen Gewandhaus durch Anordnung und Gestaltung der Begrünung und/oder eine flache, pavillonartige Bebauung zum Jüdenhof und zum Schützhaus hin erkennbar werden. Darüber hinaus soll die Fläche durch entsprechende Elemente der Stadtmöblierung (insbesondere Bänke oder Sitzgruppen) ergänzt sowie die Integration ei-ner Brunnenanlage oder einer Wasserfläche als einen Bereich mit hoher Verweilqualität geprüft werden.

3. Die Oberbürgermeisterin wird ferner beauftragt zu prüfen, ob die Keller des historischen Gewandhauses der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden können.

Begründung:

Das Wiedererstehen der Bebauung rund um den Neumarkt entsprechend dem Gestaltungskonzept zum historischen Wiederaufbau bedarf auf der Westseite endlich der Komplettierung. Der Stadtratsbeschluss, das Gewandhausareal für die nächsten 10 Jahre unbebaut zu belassen, hat erheblich dazu beigetragen, dass die gesamte Fläche des Q VI des Neumarkts bisher nicht historisch wiederaufgebaut worden ist. Der Neumarkt bleibt aber solange ein Torso, als seine Westseite nicht bebaut ist. Der Platz als solcher ist dadurch nicht nur nicht erlebbar, es leidet auch in seine Funktion als Standort für Handel und Gewerbe. Die Bebauung wird benötigt, um den notwendigen Branchenmix insbesondere in Korrespondenz zu dem QF herzustellen.

Mit der Begrünung des Gewandhausareals und/oder dem Bau zurückhaltender Pavillons an den Eckseiten des Gewandhausgrundstücks soll die städtebauliche Maßstäblichkeit des Platzes verbessert und zugleich der Forderung nach Schaffung von Stadtgrün auf dem Platz nachgekommen werden.

Der Neumarkt wird seiner Bedeutung als Hauptanlaufpunkt für die Einwohner und Gäste der Stadt im Moment nicht in vollem Umfang gerecht. Es fehlen geeignete Sitzmöglichkeiten und schattige Verweilplätze, um sich am prominentesten Ort der Stadt von einem Stadtbummel erholen zu können. Das muss sich ändern. Die Verweilqualität des Neumarktes und das Angebot nichtkommerzieller Sitz- und Verweilmöglichkeiten muss verbessert werden.

Zudem ist zu prüfen, ob auf der Fläche eine Brunnenanlage bzw. Wasserfläche/Wasserspiel errichtet werden kann, die hohen künstlerischen Anforderungen genügt und dem Neumarkt einen anspruchsvollen neuen gestalterischen Akzent verleiht. Dabei ist zu beachten, dass eine mögliche Brunnenanlage nicht nur als Kunstwerk im öffentlichen Raum bestehen muss, sondern unter dem Gesichtspunkt der Verweilqualität den Besuchern auch einen entsprechenden Nutzen bringen sollte.