Dresden
ANTRÄGE DER FDP-FRAKTION IM DRESDNER STADTRAT

 Einführung einer Gruppenkarte für Schulen und Kindergärten zur kostenlosen Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs im Rahmen des Unterrichts (Unterrichtsfahrkarte)
(eingereicht: 26.03.2010)

Beschlussvorschlag:

Die Oberbürgermeisterin wird beauftragt,

1. gemeinsam mit der Dresdner Verkehrsbetriebe AG ein Konzept für eine Un-terrichtsfahrkarte für Schulen und Kindergärten zur kostenlosen Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs in Dresden zu erarbeiten und dem Stadtrat umgehend, spätestens jedoch mit Beginn des nächsten Schuljah-res zur Beschlussfassung vorzulegen.

2. mit dem Konzept sicher zu stellen, dass alle Schulen und Kindergärten in Dresden derartige Gruppenkarten zur kostenlosen Nutzung erhalten, unab-hängig davon, ob es sich um kommunale Einrichtungen oder Einrichtungen in freier Trägerschaft handelt.

3. darauf hinzuwirken, dass die Unterrichtsfahrkarte von Montag bis Freitag in der Zeit von 8 bis 16 Uhr genutzt werden kann.

Begründung:

Im vergangenen Jahr führte die neue Sächsische Staatsregierung aus CDU und FDP den kostenlosen Eintritt für Kinder in Museen des Freistaates ein. Für Unterrichtsausflüge in Lan-desmuseen entstehen seitdem nur noch Kosten für die genutzten Verkehrsmittel.

Darüber hinaus besuchen viele Schulen im Rahmen ihres Unterrichtes nicht nur Museen, sondern auch externe Bildungseinrichtungen – wie beispielsweise die Landeszentrale für politische Bildung und das Berufsinformationszentrum – oder andere kulturelle Einrichtungen und Veranstaltungen, deren Besuch für Kinder und Jugendliche in vielen Fällen ebenfalls kostenlos ist.

Der organisatorische Aufwand der Schulen und Kindergärten bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel ist beträchtlich, weil die Fahrgelder vorher eingesammelt und teilweise auch vorfinanziert werden müssen. Durch eine Gruppenkarte würde dieser Organisationsaufwand entfallen und Lehrer und Erzieher hätten mehr Zeit für ihren eigentlichen Bildungsauftrag. Externe Bildungsangebote könnten dann häufiger als bisher genutzt werden. Von der Einfüh-rung einer solchen Gruppenkarte würden alle Kinder profitieren und die Familien könnten dadurch finanziell entlastet werden.

Die Gruppenkarte wäre geeignet zusätzliche Anreize zu schaffen, um Einrichtungen außer-halb der Schule stärker als bisher in den Unterricht einzubinden. Ein modernes Bildungssys-tem lebt von vielfältigen Bildungsangeboten auch außerhalb von Schule und Kindergarten. Die Stadt Dresden sollte diesen bildungspolitischen Aspekt durch einen eigenen, vergleichs-weise geringen Beitrag unterstützen.

Die zeitliche Begrenzung der Karte von 8 bis 16 Uhr würde sicherstellen, dass die Gruppen nicht im Berufsverkehr zwischen 6 und 8 sowie zwischen 16 und 18 Uhr unterwegs sind und die Angebote der DVB AG zusätzlich belasten. Demgegenüber könnte das gewählte zeitliche Fenster dazu beitragen, das Angebot der DVB AG zwischen 8 und 16 besser als bisher aus-zulasten. Den Dresdner Verkehrsbetrieben entstünden damit keine unmittelbaren Mehrkos-ten und Einnahmeverluste wären bei der bisher eher geringen Zahl an Ausflügen im Rahmen des Unterrichtes zu vernachlässigen.