Dresden
ANTRÄGE DER FDP-FRAKTION IM DRESDNER STADTRAT

Antrag

Gegenstand: Beleuchtung „Blaues Wunder“

Beschlussvorschlag:

Der Oberbürgermeister wird beauftragt, dem Stadtrat bis Ende September 2007 eine konkrete Planung sowie ein Finanzierungskonzept für eine permanente nächtliche Beleuchtung der Loschwitzer Elbbrücke (Blaues Wunder) zur Beschlussfassung vorzulegen. In die Planungen sind auch die in den letzten Jahren entstandenen Ideen und Entwürfe privater Initiativen und Vereine mit einzubeziehen.

 

Begründung

Der Anfang dieses Jahres vorgelegte erste Zwischenbericht zum „Lichtmasterplan Innenstadt“ beschränkt sich auf den Bereich innerhalb des 26iger Rings. Die hier vorhandenen Brückenbauwerke finden zwar im Masterplan unterschwellig Erwähnung, werden jedoch erst jetzt und nur aufgrund eines entsprechenden Beschlusses des Ausschusses für Stadtentwicklung und Bau vom 12. Februar 2007 in die weiteren Planungen zum Beleuchtungskonzept überhaupt mit einbezogen.

Für den Bereich außerhalb des 26iger Rings werden hingegen auch künftig weder flächendeckende Beleuchtungskonzepte erarbeitet, noch sind konkrete Pläne der Stadt zur Beleuchtung ausgewählter Einzelobjekte bekannt. Selbst Sehenswürdigkeiten wie die Loschwitzer Elbbrücke, die als sogenanntes „Blaues Wunder“ mittlerweile zu den Wahrzeichen Dresdens zählt, würden damit weiterhin dauerhaft unbeleuchtet bleiben. Für eine Stadt mit annähernd 8 Millionen Touristen pro Jahr, in der die Tourismuswirtschaft zu den größten Arbeitgebern zählt, ist dieser Zustand nicht akzeptabel.

Die in der Zeit von 1891 bis 1893 erbaute „König-Albert-Brücke“, seit 1912 offiziell Loschwitzer Brücke genannt, hieß im Volksmund stets nur „Blaues Wunder“. Der namengebende blaue Farbanstrich wurde seinerzeit gewählt, weil es Befürchtungen gab, die hochaufragende Stahlkonstruktion würde landschaftszerstörend und sichtbehindernd wirken. Für damalige Verhältnisse war die Brücke wegen ihrer mit 141,5 m beachtlichen Spannweite, ihrer ungewöhnlichen Konstruktion sowie der vergleichsweise hohen Baukosten eine kleine Sensation. Eine Beleuchtung der Brücke würde dieses architektonische Kunstwerk als Technisches Denkmal für die Leistungen der deutschen Ingenieursbaukunst des 19. Jahrhunderts und als Wahrzeichen der Stadt endlich auch nachts zur Geltung bringen. Und man würde damit die aufwendig und liebevoll sanierten Quartiere im Umfeld von Schiller- und Körnerplatz zu einer städtebaulichen Einheit verschmelzen.

Sowohl zum Blauen Wunder als auch zu anderen Dresdner Brücken sowie den Themen Stadtlicht und Lichtkunst gab es in der Vergangenheit bereits zahlreiche private Initiativen und Vorschläge - so u. a. durch den City Management e. V., den Gewerbeverein Blaues Wunder bzw. Brückenschlag Blaues Wunder e. V. Mit dem vorliegenden Antrag erhält die Stadtverwaltung nunmehr den Auftrag, die Bemühungen, das Blaue Wunder nachts zu beleuchten, aufzugreifen und zu realisieren. Dabei können und sollten vorhandene Ideen in die Planungen mit einbezogen werden.