Dresden
ANTRÄGE DER FDP-FRAKTION IM DRESDNER STADTRAT

Erweiterung des Zoos für eine artgerechte Elefantentierhaltung in Dresden
(eingereicht: 28.07.2010)

Beschlußvorschlag:

1. Der Stadtrat spricht sich für eine dauerhafte und langfristig artgerechte Elefantentierhaltung im Zoologischen Garten Dresden aus.

2. Die Oberbürgermeisterin wird beauftragt, sich gemeinsam mit der Leitung des Zoologischen Gartens Dresdens bei den Denkmalschutzbehörden sowie dem Staatsbetrieb Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen für eine Erweiterung des Zoos in Richtung Blüherpark/Bürgerwiese/Lennépark im Umfang von maximal einem Hektar einzusetzen.

3. Ferner wird die Oberbürgermeisterin beauftragt, auf eine angemessene Einbindung des unter Denkmalschutz stehenden historischen Eingangstores von Peter Joseph Lenné in die neue Erweiterung des Zoos zu achten.

Begründung:

Der Zoologische Garten Dresden wurde am 9. Mai 1861 eröffnet und ist damit der viertälteste Zoo Deutschlands. Heute beträgt die Fläche des Dresdner Zoos ca. 13 Hektar. Der Zoo beherbergt 400 Arten mit etwa 3.000 Tieren.

1838 wurde Carl Adolf Terscheck mit der Gestaltung der „inneren Bürgerwiese“ beauftragt. Diese entstand von 1843 bis 1850 im Biedermeierstil. 1859 übertrug der Rat der Stadt Dresden dann Peter Joseph Lenné die Gestaltung der Außenanlage und ihrer Erweiterung sowie des Zoologischen Gartens. Damit entstand durch Lenné die erste kommunale Parkanlage (1859 bis 1869), d. h. die „Äußere Bürgerwiese“ und der Erweiterungsteil Zoo. Landschaftsarchitekt Peter Joseph Lenné und Architekt Carl Adolph Canzler gaben dem Tiergarten damit sein ursprüngliches Gesicht.

Im Februar 2006 wurde das erste Mal im Dresdner Zoo ein Elefant geboren. Der 107 Kilogramm schwere Bulle Tabo-Umasai entstand durch künstliche Besamung; dies war die erste künstliche Besamung eines Elefanten in Deutschland. Tabo-Umasai muss jetzt den Zoo verlassen, da für einen Elefantenbullen derzeit keine ausreichende Fläche vorhanden ist. Das wiederum führt dazu, dass in Dresden mittel- und langfristig keine Elefanten mehr gehalten werden können, da zu einer artgerechten Elefantentierhaltung neben den drei „Elefantendamen“ auch ein Elefantenbulle gehört. Insofern muss die Elefantentierhaltung im Dresdner Zoo, die bisher nach EU-Zoorichtlinie (Forschung, Aufklärung der Öffentlichkeit, artgerechte Ausstattung der Gehege, tiermedizinische Versorgung) für ausreichend und gut befunden wurde, überdacht werden.

Die Erweiterung des Zoos von einem knappen Hektar in Richtung des von Lenné gestalteten Blüherparks/Bürgerwiese würde dagegen eine weitere erfolgreiche, artgerechte Elefantentierhaltung langfristig gewährleisten und damit auch den Bildungsauftrag des Zoos für die Besucher und Besucherinnen sichern.

Ebenfalls zur Arbeit von Lenné gehört das alte, unter Denkmalschutz stehende historische Eingangstor (hinter dem Löwengehege) zum Zoo. Das Tor ist aber aktuell von 2,50 Meter hohem Maschendrahtzaun und Stacheldraht in weniger als einem Meter Abstand zugebaut. Dieser Zustand spiegelt weder die hohe denkmalschützerische Bedeutung des Tores wieder, noch gibt es eine Möglichkeit für Besucher des Zoologischen Garten, dieses Tor angemessen zu besichtigen. Eine erneute Einbindung des alten Eingangstores des Zoos in die Erweiterung muss daher gleichzeitig sichergestellt werden.