Dresden
ANTRÄGE DER FDP-FRAKTION IM DRESDNER STADTRAT

Antrag

Gegenstand: Schillerjahr 2005

Beschlussvorschlag:

Anlässlich seines 200. Todestages ehrt die Landeshauptstadt Dresden den Dichter Friedrich Schiller mit einer Gedenktafel am Gebäude Wilsdruffer Straße 7. Die Tafel soll an seinem Todestag, dem 9. Mai 2005, feierlich enthüllt werden.

 

Begründung

Friedrich Schiller wurde am 10. November 1759 in Marbach am Neckar geboren. Er zählt als Dramatiker, Lyriker und Historiker zu den Klassikern der Weltliteratur. Im Verlauf seines relativ kurzen Lebens weilte Schiller dreimal in Dresden und hat während dieser Aufenthalte an einigen seiner bekannten Werke wie „Der Menschenfreund“ oder „Der Geisterseher“ gearbeitet und das Drama „Don Carlos“ sogar hier vollendet.
Durch seinen Freund Christian Gottfried Körner lernte Schiller zahlreiche Dresdner Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens kennen. Dazu zählte auch der Maler Anton Graff, der ihn im Jahre 1785 porträtierte. Das Bild hängt heute im Museum der Dresdner Frühromantik. Mit der „Gustel von Blasewitz“ verewigte er darüber hinaus die Wirtstochter des Gasthofes Blasewitz, Johanne Justine Renner, in „Wallensteins Lager“, dem ersten Teil seiner Wallenstein-Trilogie.

Die Erfahrungen Schillers mit den Dresdnern dürften zwar nicht immer die allerbesten gewesen sein, immerhin bezeichnet er sie gegenüber den Schwestern von Lengefeld als „...ein rechtes, zusammengeschrumpftes, unleidliches Volk...“; andererseits soll Schiller in Dresden auch zu seiner „Ode an die Freude“ inspiriert worden sein.

Mit Schillerplatz, Schillerstraße, Schillerhäuschen, Schillerlinde, der Gaststätte „Schillergarten“, sowie einer Gedenktafel, einem Gedenkstein, einem Relief und zwei Denkmälern ehrt die Stadt Schiller zwar bereits heute an zahlreichen seiner ehemaligen Wirkungsstätten; im Stadtzentrum selbst befindet sich jedoch bis jetzt lediglich eine Statue am Opernhaus als einziger Hinweis auf den berühmten Gast der Stadt.

An dem nunmehr vorgeschlagenen Standort für eine weitere Gedenktafel befand sich früher der Gasthof zum „Goldenen Engel“, in dem Schiller am 11. November 1785 seine erste Nacht in Dresden verbrachte. Bis 1945 befand sich an dem Vorgängergebäude deshalb bereits eine Gedenktafel. Mithin wäre ggf. auch der 11. November 2005 zum Ausklang des Schillerjahres als Alternative zum Todestag Schillers für eine feierliche Enthüllung denkbar.

Zur Finanzierung der Tafel soll zunächst die Möglichkeit einer Spende durch Dritte – hier vorrangig WOBA Dresden GmbH und Dresden-Werbung und Tourismus GmbH - geprüft werden. Für den Fall, dass diese Art der Finanzierung scheitert, soll die Finanzierung über die Haushaltsstelle UA 3000.940.2000 Kunst im „Öffentlichen Raum“ erfolgen; der Haushaltsansatz für das Jahr 2005 ist entsprechend anzupassen.