Dresden
ANTRÄGE DER FDP-FRAKTION IM DRESDNER STADTRAT

Brachfläche gegenüber der Frauenkirche aufwerten - Erscheinungsbild des Quartiers VI am Neumarkt verbessern
(eingereicht: 04.02.2011)
(beschlossen: 09.03.2011)

Beschlußvorschlag:

Der Stadtrat möge beschließen:
die Oberbürgermeisterin wird beauftragt,

1. das Quartier VI in Absprache mit den Eigentümern bis zu seiner späteren Bebauung mit einem einheitlichen, der Attraktivität und touristischen Bedeutung des Platzes angemes-senen Bauzaun einzugrenzen und diesen Zaun beispielweise als Informationsmedium über die Entwicklung des Neumarktes, die Innenstadtentwicklung und andere bedeuten-de Dresdner Bauvorhaben der letzten Jahre zu nutzen oder als Kunstobjekt gestalten zu lassen.

2. darüber hinaus alle auf dem Neumarkt im Bereich des Quartiers VI zurzeit vorhandenen provisorischen Bauten und Werbetafeln, soweit es sich dabei nicht nachweislich um Bau-stelleneinrichtungen, vorgeschriebene Bautafeln oder Imbissstände handelt, zeitnah, spätestens jedoch bis zum 30. April 2011 zu beseitigen.

3. für den am Rand des Quartiers VI zurzeit befindlichen Imbissstand (Tempo-Fritz) ist eine Ausnahmeregelung zu treffen, so lange die Grundstückseigentümer dem zustimmen und noch keine alternative Lösung gefunden wurde.

Begründung:

Neumarkt und Frauenkirche sind bei Dresdnern und Besuchern der Stadt gleichermaßen beliebt. Einer aktuellen Onlineumfrage des Deutschen Tourismusverbandes (DTV) und des Städteportals „meinestadt.de“ zufolge, zählt die Dresdner Frauenkirche nach dem Kölner Dom sogar zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten Deutschlands.

Auch wenn nachvollziehbar ist, dass die Umsetzung eines solch aufwendigen Projektes wie dem Wiederaufbau des Neumarktes noch geraume Zeit in Anspruch nehmen wird, sollte die Stadt zumindest ein Interesse daran haben, dass die verbleibenden Baufelder, insbesondere jedoch das in unmittelbarer Nachbarschaft zur Frauenkirche befindliche Quartier VI, ein äu-ßeres Erscheinungsbild abgeben, das der Attraktivität der anderen, bereits bebauten Quar-tiere Rechnung trägt.

Das Baufeld im Bereich des Quartiers VI sollte mit einem einheitlichen, der Attraktivität und touristischen Bedeutung des Platzes angemessenen Bauzaun eingegrenzt werden. Dieser könnte beispielsweise als Informationsmedium über die Entwicklung des Neumarktes, die Innenstadtentwicklung und andere bekannte Dresdner Bauvorhaben von überregionaler Be-deutung genutzt werden. Mit Blick auf die touristische Bedeutung des Platzes sollte das In-formationsangebot mehrsprachig sein und die Herkunftsländer der wichtigsten Touristen-gruppen berücksichtigen. Alternativ dazu könnte der Bauzaun auch durch Kunststudenten oder Dresdner Schulen als Kunstobjekt gestaltet werden.

Darüber hinaus sollte jegliche feste Bebauung beseitigt werden, die nicht ausschließlich als Baustelleneinrichtung genutzt wird und nachweislich nicht auch unbedingt erforderlich ist. Mit derselben Konsequenz und Unnachgiebigkeit wie Eigentümern, Händlern und Gewerbetrei-benden am Neumarkt Gestaltungsvorschriften für die Werbung an Gebäuden und im öffentli-chen Straßenraum sowie für Sondernutzungen und Außengastronomie gemacht werden, sollten die einschlägigen Bestimmungen des Baugesetzbuches sowie der Werbe- und Ges-taltungssatzung G-08 für das Neumarkt-Gebiet Dresden auch im Bereich des Quartiers VI durchgesetzt werden.

Wenn die Entfernung des überregional bekanntesten und originellsten Imbissstandes der Stadt unter Verweis auf § 34 BauGB verfügt werden konnte, wenn der seit über 10 Jahren veranstaltete Weihnachtsmarkt in der Münzgasse dank behördlicher Auflagen schon mehr als einmal um seine Existenz fürchten musste oder in einem anderen Fall ein Bußgeld durch die Stadtverwaltung verhängt wurde, nur weil ein großes, bekanntes Hotel am Neumarkt sei-nen traditionellen roten Teppich im Eingangsbereich liegen hatte und damit angeblich gegen die Gestaltungssatzung verstieß, muss es auch möglich sein, einen höheren gestalterischen Anspruch für die seit Jahren existierende Brachfläche auf dem Quartier VI zu erheben, so wie das bei anderen Baufeldern im Stadtgebiet üblich ist.