Dresden
ANTRÄGE DER FDP-FRAKTION IM DRESDNER STADTRAT

Umfeldverbesserung des Neptunbrunnens in der Friedrichstadt und Einleiten touristischer Erschließungsmaßnahmen
(eingereicht: 01.04.2011)

Beschlußvorschlag:

Die Oberbürgermeisterin wird beauftragt, ein Konzept zur Aufwertung des näheren Umfeldes des Neptunbrunnens in der Dresdner Friedrichstadt vorzulegen. Im Rahmen des Konzeptes sind Maßnahmen wie die Begrünung der unmittelbaren Umgebung, Baumpflanzungen ent-lang der Wachsbleichstraße und die Umgestaltung der Grundstücksmauer hinter dem Brun-nen sowie die Aufnahme von Gesprächen mit anliegenden Hauseigentümern in der Wachs-bleichstraße und. in der Institutsgasse mit dem Ziel einer Fassadenumgestaltung zu prüfen.

Das Konzept sollte darüber hinaus auch Aussagen zu künftigen Besichtigungs- und Zutritts-regelungen des sich auf dem Gelände des Krankenhauses Dresden-Friedrichstadt befindli-chen Brunnens sowie zu einer angemessenen touristischen Ausschilderung im Stadtgebiet treffen und Vorschläge zur Lösung der Parkproblematik für Individual- und für Bustouristen enthalten.

Begründung:

Die im Doppelhaushalt für den Neptunbrunnen eingestellten Mittel in Höhe von jeweils 300.000 Euro für die Jahre 2011 und 2012 schließen die letzte Finanzierungslücke zur voll-ständigen Sanierung und Instandsetzung dieses wohl bedeutendsten Dresdner Barockbrun-nens außerhalb des Zwingers. Es ist davon auszugehen, dass in den nächsten zwei Jahren die Funktionsfähigkeit des Brunnens in der Friedrichstadt komplett hergestellt werden kann und die Brunnenanlage im neuen Glanz erstrahlt. Damit erhält die Stadt Dresden eine Se-henswürdigkeit von hohem architektonischem und kulturhistorischem Rang zurück.

Aktuell wird in Expertenkreisen aufgrund der Fertigstellung des ersten Teilabschnittes der Sanierung des Neptunbrunnens über eine Versetzung des Barockbrunnens an einen zentra-leren Ort, beispielsweise das Japanische Palais, diskutiert. Die Begründung dafür ist das in vielen Augen wenig attraktive unmittelbare Umfeld des Brunnens. Insbesondere die nach 1990 entstandenen, eher gesichtslosen Neubauten entlang der Wachsbleichstraße und der Institutsgasse stellen einen sehr unschönen, die Sichtbeziehungen dominierenden Kontrast zur barocken Brunnenanlage dar.

Obwohl die Debatte über eine Versetzung der Brunnenanlage nachvollziehbar ist, war und ist der Neptunbrunnen Bestandteil und Wahrzeichen der Dresdner Friedrichstadt. Über viele Jahre hinweg haben sich Friedrichstädter Bürger und vor allem die Mitarbeiter und die Lei-tung des Krankenhauses Dresden-Friedrichstadt in vorbildlicher Weise für den Erhalt und die Sanierung des Neptunbrunnens engagiert. Neben privaten Spendengeldern wurden bereits erhebliche öffentliche Mittel am Standort investiert. Deshalb sollte der Neptunbrunnen an seinem angestammten Platz in der Friedrichstadt verbleiben.

Statt den Brunnen zu versetzen, sollte es Ziel der Stadtentwicklung sein, das nähere Umfeld, aber auch die touristische Erreichbarkeit und die touristische Kennzeichnung dieses bedeu-tenden Denkmals angemessen zu gestalten. Aus diesem Grund müssen die existierenden Sichtbeziehungen überprüft und ggf. verbessert werden. Denkbar sind sowohl Begrünungs-maßnahmen wie Baumpflanzungen entlang der Wachsbleichstraße als auch eine Neugestal-tung der Grundstücksmauer hinter dem Neptunbrunnen und ein, in Absprache mit den ent-sprechenden Hauseigentümern durchzuführender Wettbewerb für eine Umgestaltung der anliegenden Häuserfassaden in der Wachsbleichstraße und in der Institutsgasse.

Die Finanzierung des Konzeptes und eventueller anschließender Maßnahmen sollte über die Fördermittel für das Sanierungsgebiet Friedrichstadtmöglich sein.