Dresden
ANTRÄGE DER FDP-FRAKTION IM DRESDNER STADTRAT

Antrag

Gegenstand: Aktuelle Stunde zum Thema "Situation der Dresdner Hotels und Beherbergungsstätten"

Beschlussvorschlag:

In Vorbereitung künftiger Beschlussfassungen zur Stadtentwicklung, die eine Erweiterung der Übernachtungskapazitäten des Dresdner Hotel- und Beherbergungsstättengewerbes zur Folge haben, beantragt die FDP-Fraktion auf Grundlage des § 17 der Geschäftsordnung des Stadtrates der Landeshauptstadt Dresden die Durchführung einer Aktuellen Stunde zum Thema "Situation der Dresdner Hotels und Beherbergungsstätten".

Schwerpunkte der Aktuellen Stunde sollen sein:

  1. Hotels und Beherbergungsstätten als Wirtschaftsfaktor und Arbeitgeber in der Region,
     
  2. aktuelle Situation des Dresdner Hotel- und Beherbergungsstättengewerbes, Entwicklung der Bettenkapazitäten und Übernachtungszahlen in den vergangenen Jahren,
     
  3. Vergleich mit anderen Städten in Deutschland, Ausblick und Schlussfolgerungen für künftige Entscheidungen.

 

Begründung

Der Tourismus zählt in Ostdeutschland zu den Branchen mit der höchsten Wachstumsdynamik. Gegenwärtig sind hier acht Prozent aller Erwerbstätigen direkt oder indirekt beschäftigt, mit steigender Tendenz. Laut einer aktuellen Studie der Bundesregierung belegt Dresden als Reiseziel bei deutschen Touristen unter den Städten mit bis zu 500.000 Einwohnern mit Abstand den ersten Platz.

Bezogen auf die durchschnittliche Bettenauslastung des Jahres 2006 liegt Dresden mit 58,7% sogar in der Statistik aller deutschen Großstädte auf Platz 1, noch deutlich vor Reisezielen wie Hamburg (55,8 %), München (54,2 %) und Berlin (50,5 %). Allein im Jahr 2006 war eine Steigerung der Übernachtungszahlen um 18,6 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu verzeichnen. Betrachtet man dabei allerdings die erzielten durchschnittlichen Zimmerpreise, liegt Dresden mit lediglich 77 EUR weit abgeschlagen auf dem letzten Platz in dieser Statistik.

Dresdens Hotels und Herbergen verschleißen die eigene Infrastruktur damit deutlich mehr als Mitbewerber in anderen Regionen Deutschlands. Dieses Missverhältnis verschärft sich aufgrund des wachsenden Konkurrenzdrucks mit jedem weiteren Hotelbau und der damit verbundenen Erweiterung der Bettenkapazitäten in der Stadt.
Da ein Übernachtungsgast verglichen mit einem Tagestouristen im Durchschnitt täglich 115,50 EUR mehr ausgibt, ist der unmittelbare Einfluss der Qualität der Dresdner Hotel- und Beherbergungsstätten auf tourismusrelevante Einrichtungen und Unternehmen sowie den Einzelhandel offensichtlich.

Die jüngsten Debatten - zuletzt im Rahmen der Beschlussfassung zur Vorlage-Nr.: V2158 „Umsetzung des städtebaulich-gestalterischen Konzeptes für den Neumarkt - hier: Geplanter Verkauf des Quartiers VIII durch den Freistaat Sachsen“ - haben gezeigt, dass das Verständnis und Problembewusstsein für dieses wichtige Thema im Stadtrat bisher kaum ausgeprägt ist.

Ziel der Aktuellen Stunde soll es deshalb sein, einmal grundsätzliche Standpunkte auszutauschen und bei künftigen Entscheidungen auch mittel- und langfristige Entwicklungen mit zu berücksichtigen.