Dresden
ANTRÄGE DER FDP-FRAKTION IM DRESDNER STADTRAT

Antrag

Gegenstand: Errichtung von Photovoltaikanlagen auf dem Rathausdach (Dr.-Külz-Ring)

Beschlussvorschlag:

Der Oberbürgermeister wird beauftragt,

  1. dem Stadtrat zu berichten,
    a. welche Maßnahmen die Stadt zur Sicherung des Rathausdaches (Dr.-Külz-Ring 19) anlässlich der durch den Orkan „Kyrill" am 18. Januar 2007 verursachten Schäden bisher veranlasst hat und auf welche Höhe sich die dabei entstandenen Kosten belaufen,
    b. für wann die Stadt eine grundlegende Sanierung bzw. Erneuerung des Rathausdaches plant, wie der zugrunde liegende Zeitplan aussieht und welche Kosten dafür veranschlagt werden,
     
  2. zu prüfen, ob und wenn ja, in welchem Umfang die Errichtung von Photovoltaikanlagen auf dem Dach des Rathauses gegebenenfalls im Zuge einer erforderlichen Sanierung möglich ist,
     
  3. darzulegen, welche weiteren Dachflächen von städtischen Gebäuden in Dresden, zusätzlich zu den bereits genutzten Gebäudedächern, für die Errichtung von Photovoltaikanlagen in Frage kommen.

Die Ergebnisse sind dem Stadtrat bis zum 30. November 2007 zur Kenntnisnahme und gegebenenfalls zur Beschlussfassung vorzulegen.

 

Begründung

Während des Orkans „Kyrill“ am 18. Januar 2007 wurden die Straßen um das Rathaus am Dr.-Külz-Ring gesperrt, um Passanten nicht durch herabfallende Ziegel zu gefährden. Zudem musste der zu diesem Zeitpunkt im Rathaus tagende Stadtrat seine Sitzung abbrechen. Insgesamt verursachte der Sturm erhebliche Schäden am Rathausdach. Rund 50 Quadratmeter Dach wurden abgedeckt. Infolgedessen konnte an einigen Stellen Regenwasser eindringen. Vier Monate später, am 23. Mai 2007, führte ein Unwetter erneut dazu, dass Ziegel vom Dach herabfielen und Bereiche um das Rathaus abgesperrt werden mussten.

Vor diesem Hintergrund soll die Stadt über die erfolgten Reparaturmaßnahmen am Rathausdach berichten und darlegen, welche weiteren Maßnahmen geplant sind, um sicherzustellen, dass das Rathausdach künftig ähnlichen Unwettern Stand hält. In diesem Zusammenhang soll geprüft werden, ob, gegebenenfalls im Rahmen einer grundlegenden Sanierung bzw. Erneuerung des Daches, die Errichtung von Photovoltaikanlagen möglich ist. Es gilt zu ermitteln, wie viel Energie dadurch produziert werden könnte, ob die Stadt selbst Betreiber einer solchen Anlage sein sollte oder ob die Dachflächen an einen Investor vergeben werden können. Gleichzeitig soll in diesem Zusammenhang dem Stadtrat dargelegt werden, welche weiteren Dachflächen von städtischen Gebäuden, zusätzlich zu den bereits dafür genutzten Gebäudedächern, für die Errichtung von Photovoltaikanlagen in Frage kommen.

Bei Photovoltaikanlagen wird Sonnenlicht direkt in Elektrizität umgewandelt. In den vergangenen Jahren hat diese Form der Stromerzeugung deutlich an Wirtschaftlichkeit gewonnen. Immer mehr private Haushalte und Firmen, aber auch zunehmend Kommunen, wie beispielsweise Berlin oder Stuttgart, nutzen ihre Dachflächen für die Gewinnung von Solarenergie. In Dresden fördert vor allem die Initiative „Grüner Strom”, eine Gemeinschaftsaktion der DREWAG und der Lokalen Agenda 21 für Dresden e.V., bereits seit mehreren Jahren solche Projekte. In diesem Zusammenhang betreibt auch die Landeshauptstadt einige Anlagen unter anderem auf Schulgebäuden im Stadtgebiet. Mit der Errichtung von Photovoltaikanlagen auf dem Rathaus Dr.-Külz-Ring und gegebenenfalls auch auf weiteren städtischen Gebäuden übernimmt die Landeshauptstadt eine Vorbildfunktion und leistet einen weiteren Beitrag im Rahmen der aktuellen Energie- und Klimadebatte.