Dresden
ANTRÄGE DER FDP-FRAKTION IM DRESDNER STADTRAT

Antrag

Gegenstand: Gedenkstätte für die Opfer des Volksaufstandes am 17. Juni 1953

Beschlussvorschlag:

  1. Im Zuge der Neugestaltung des Postplatzes wird die bisherige Gedenktafel für die Opfer des Volksaufstandes am 17. Juni 1953 an der Ecke Marienstraße/Annenstraße durch eine würdiges, der Bedeutung des Anlasses angemessenes Denkmal ersetzt.
     
  2. Als Ort für das neu zu schaffende Denkmal ist eine zentrale, voraussichtlich stark frequentierte Stelle am Postplatz, vorzugsweise auf dem „Platz am Schauspielhaus“ zwischen den Baufeldern der Baugebiete MK 1c und MK 4 zu wählen. Die Planungen für diesen Bereich sind entsprechend fortzuschreiben.
     
  3. Das Denkmal soll als freistehende Stele, Plastik oder Gedenkstein ausgeführt werden und dem Charakter des Ereignisses sowie der Art der umgebenden Bebauung, einschließlich der geplanten bzw. noch zu realisierenden Platzgestaltung, Rechnung tragen. Grundlage für die Gestaltung des Denkmals soll ein Gestaltungswettbewerb bilden. Eine zusätzlich anzubringende Informationstafel soll über Hintergründe und Verlauf der Ereignisse informieren.
     
  4. Für die Finanzierung ist zu prüfen, ob zu diesem Zweck gegebenenfalls noch Fördermittel aus dem Programm „Stadtumbau Ost“ beantragt bzw. eingesetzt werden können. Der städtische Anteil ist, unabhängig vom Ergebnis dieser Prüfung, über die Haushaltsposition „Kunst im öffentlichen Raum“ zu finanzieren.

 

Begründung

Eine kleine, neben großflächiger Werbung schief angebrachte, unauffällige Gedenktafel soll an einem ohnehin kaum beachteten Ort an eine gescheiterte Revolution erinnern, die in der friedlichen Form ihres Protestes zwar an die Revolution des Jahres 1989 erinnert, von den damaligen kommunistischen Machthabern jedoch ungleich brutaler niedergeschlagen wurde und bei der – im Gegensatz zu 1989 – auch zahlreiche Todesopfer zu beklagen waren. Die Gedenkstätte für die Opfer des Volksaufstandes am 17. Juni 1953 an der Ecke Marienstraße/Annenstraße ist in ihrer jetzigen Form unwürdig und der ge-schichtlichen Bedeutung des Ereignisses keineswegs angemessen.

Im Zuge der Neugestaltung des Postplatzes sollte deshalb eine würdigere Form der Ehrung gefunden werden. Die Planungen für die Oberflächengestaltung des Postplatzes, basierend auf den Freianlagenplanungen des Büros Schürmann und Partner aus Köln aus den Jahren 1994 – 1999, sehen weite, unbebaute Räume für Fußgänger und Radfahrer vor. Insbesondere der sogenannte „Platz am Schauspielhaus“ zwischen den Baufeldern der Baugebiete MK 1c und MK 4 bietet zahlreiche mögliche und exponierte Standorte für ein neu zu schaffendes Denkmal. Im Gegensatz zu dessen jetzigem Standort wird dieser Teil des Postplatzes von Touristen wie Dresdnerinnen und Dresdnern gleichermaßen fre-quentiert. Das Platzumfeld selbst böte künftigen Gedenkfeiern zudem ein wesentlich geeigneteres und angenehmeres Ambiente als dies bisher der Fall ist.

Die Gedenkstelle sollte als freistehendes Denkmal in Form einer Stele, einer Plastik oder eines Gedenksteins gestaltet werden und mittels einer Informationstafel an die Hintergründe und den Verlauf der Ereignisse erinnern.

Im Zuge der Freianlagenplanung für den „Platz am Schauspielhaus“ sollte durch das Stadtplanungsamt die Förderfähigkeit der Platzgestaltung im Rahmen des Förderprogramms „Stadtumbau Ost“ geprüft werden. Hier wäre nunmehr ergänzend zu prüfen, ob für das in Rede stehende Denkmal im Zuge der Platzgestaltung weitere Fördermittel beantragt oder bereits gewährte Fördermittel mit eingesetzt werden können. Falls ja, wäre lediglich die Komplementärfinanzierung, anderenfalls die gesamte Maßnahme über die Haushaltsposition „Kunst im öffentlichen Raum“ zu finanzieren.