Dresden
ANTRÄGE DER FDP-FRAKTION IM DRESDNER STADTRAT

Antrag

Gegenstand: Bolzplätze für Dresden

Beschlussvorschlag:

  1. Oberbürgermeister wird beauftragt, die Schulen in der Landeshauptstadt Dresden umgehend über Zweck, Inhalt und Antragsverfahren des DFB-Programms zum Bau von 1000 Mini-Spielfeldern zu informieren und entsprechende Bewerbungen zu unterstützen.
     
  2. Unabhängig von Initiativen einzelner Schulen trifft der Sportstätten- und Bäderbetrieb gemeinsam mit dem Schulverwaltungsamt und dem Jugendamt unter Einbeziehung des Grünflächenamtes eine Auswahl an Schulen, die Aufgrund ihrer zentralen Lage, ihres Flächenangebotes, der vorhandenen Infrastruktur, der guten Verkehrsanbindung oder ihrem sozialen Umfeld entweder besonders geeignet sind oder bei denen ein erhöhter Bedarf an Sport- und Freizeitmöglichkeiten erkennbar ist. Mit diesen Schulen sind unverzüglich Gespräche zu führen, um die Möglichkeit einer eigenen Bewerbung zu erörtern und diese in geeigneter Form zu unterstützen.

 

Begründung

Auf Beschluss des Präsidiums des Deutschen-Fußball-Bundes vom 13. April 2007 sollen aus dem Überschuss des DFB-Haushalts 2006 insgesamt 21 Millionen EUR in „Maßnahmen zur Sicherung der Nachhaltigkeit der (Fußball) WM“ investiert werden. Allein 12 Millionen EUR sollen davon in den Bau von 1000 Mini-Fußballspielfeldern – so genannten Bolzplätzen – fließen. Dabei handelt es sich um standardisierte Kleinspielfelder mit einer Größe von 13 mal 20 Metern, zuzüglich umliegender Erschließungsflächen. Das Angebot richtet sich vorrangig an Schulträger und Schulen oder Sportvereine, die ihrerseits eine Kooperation mit Schulen nachweisen können. Die geplanten 1000 Spielfelder werden dabei auf Grundlage der dort jeweils gemeldeten Mannschaften auf die 21 deutschen Landesverbände aufgeteilt. Die Auswahl unter den Bewerbern trifft eine landesweit zuständige Steuerungsgruppe. Ein wichtiges Kriterium dabei ist u. a., dass die Spielfelder täglich für einen möglichst langen Zeitraum zugängig sind. Die Bewerbungsfrist läuft vom 1. August bis zum 31. Oktober 2007. Der Zeitpunkt der Abgabe der Bewerbung hat keine Auswirkung auf die Chancen für eine erfolgreiche Bewerbung.

Für Dresden bietet das vom DFB aufgelegte Programm die Chance, das Angebot an Sportstätten speziell im Bereich des Breitensports für Kinder- und Jugendliche zu verbessern. Eine nachhaltige Verbesserung des Angebotes ist offenbar auch nach Ansicht des zuständigen Sportbürgermeisters (siehe hierzu beispielsweise Äußerungen in der Dresdner Tagespresse vom 30. Juli 2007) dringend geboten. Dass sich die Stadt dabei jedoch nicht nur, wie öffentlich angekündigt, auf Angebote für den Gesundheits- und Seniorensport konzentrieren darf, zeigen jüngste kritische Berichte über fehlende Sport- und Freizeitmöglichkeiten, insbesondere für Kinder- und Jugendliche. So befinden sich in den Stadtteilen Bühlau und Loschwitz beispielsweise keinerlei geeignete Plätze um Fußball zu spielen und in Langebrück wurden Zustand und Bespielbarkeit des vorhandenen Bolzplatzes massiv kritisiert.
Mit der Errichtung einfacher Bolzplätze ließe sich das Sportangebot für Kinder und Jugendliche mit geringem Aufwand verbessern. Die Stadt sollte deshalb interessierte Schulen mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln unterstützen und Schulen in sozialen Brennpunkten sogar ausdrücklich ermutigen, sich beim DFB zu bewerben.