Interessante Antworten auf ihre erneute Anfrage zur Auslastung der Dresdner Kultureinrichtungen erhielt Stadträtin Barbara Lässig.

Besucherzahlen
An der Spitze der Besucherzahlen im Jahr 2010 liegt erneut die Dresdner Philharmonie mit 125.281 Besuchern (2009: 103.312), die ihre Besucher gegenüber dem Vorjahr um über 21% steigern konnte. Es folgt die Staatsoperette mit 95.488 Gästen (2009: 90.990); eine Steigerung von knapp 5 %. In das Theater der Jungen Generation kamen 65.071 Besucher (2009: 74.783), d. h. rund 15 % weniger als im Vorjahr - ein Rückgang, der nach Gründen fragt. Das Europäische Zentrum der Künste Hellerau empfing 15.202 Zuschauer (2009: 17.968). Das waren ebenfalls rund 15 % weniger als ein Jahr zuvor. Allerdings wiegt hier der Besucherrückgang noch schwerer, da sich die Besucherzahlen 2009 nur auf neun Monate Spielbetrieb bezogen.
Verkaufte Karten
Aus der Antwort auf die Frage von Barbara Lässig geht auch hervor, wie viel Karten die Einrichtungen im Jahr 2010 verkauft hatten. Die Dresdner Philharmonie verkaufte 125.281 Billetts und steigerte sich um 26,5% deutlich, denn 2009 waren es „nur“ 99.065 verkaufte Karten. Auch die Staatsoperette steigerte die Anzahl von Kaufkarten mit 92.393 im Jahr 2010 um 5,5% gegenüber 87.595 in 2009. Leider sanken die Kaufkarten beim Theater der Jungen Generation von 69.168 im Jahr 2009 auf 60.632 in 2010, das sind rund 12 % weniger. Das Europäische Zentrum der Künste Hellerau weist mit 10.385 Kaufkarten ebenfalls eine Steigerung aus (13,6%), aber auch hier ist zu beachten, dass die 9.138 Kaufkarten in 2009 nur auf neun Monaten Spielbetrieb basierten.
Da diese Zahlen allein zunächst noch nicht viel aussagen, vor allem keine Vergleichbarkeit ermöglichen, setzte Barbara Lässig die Freikarten ins Verhältnis zu den verkauften Karten insgesamt und kam auf folgendes interessante Ergebnis:
Dresdner Philharmonie 2,4%
Staatsoperette 3,3%
Theater der Jungen Generation 7,2%
Europäisches Zentrum der Künste Hellerau 46,4%
Während in der Philharmonie, der Staatsoperette und dem Theater der Jungen Generation die Freikarten einen Anteil von z. T. deutlich unter 10 % einnehmen, fällt das Europäische Zentrum der Künste Hellerau – wie schon 2009 - hier spürbar ab. Gerade knapp zwei drittel aller Besucher hatten dort 2009 ihre Karte überhaupt gekauft.
Einnahmen
Richtig spannend sind die Auskünfte zu den eigenen Einnahmen der Kultureinrichtungen im Jahr 2010, wenn man sie mit denen des Jahres 2009 vergleicht. Erwartungsgemäß liegt die Philharmonie in den Gesamteinnahmen mit 2.446.420 Euro an der Spitze, das ist trotz der deutlichen Steigerung der Besucherzahlen weniger als 2009, wo 2.540.714 Euro erzielt wurden. Auch hier muss weiter nach den Ursachen gefragt werden. Es folgt die Operette mit 1.841.049 Euro - ein Einnahmeanstieg gegenüber 2009 (2009:1.665.125 Euro), der mit den gestiegenen Besucherzahlen im Einklang steht. Das Theater der Jungen Generation nahm 2010 nur noch 378.674 Euro ein, wesentlich weniger als 2009, da lag der Betrag noch bei 436.890 Euro. Dieser Einnahmerückgang korrespondiert mit dem spürbaren Besucherrückgang der Einrichtung. Das Europäische Zentrum der Künste Hellerau steigerte seine eigenen Einnahmen auf 885.363 Euro im Jahr 2010 gegenüber 594.287Euro in 2009, obwohl die Besucherzahlen gegenüber dem Vergleichsjahr sanken und der Anteil von Freikarten immer noch ein drittel einnimmt. Wiederum ist aber zu beachten, dass 2009 nur neun Monate Spielbetrieb als Basis angesetzt waren.
Da auch hier die absoluten Beträge keine Vergleichbarkeit ermöglichten, rechnete Barbara Lässig erneut und setzte die eigenen Einnahmen der Einrichtungen ins Verhältnis zu ihren Gesamteinnahmen, denn diese sind wesentlich höher, bedingt durch umfangreiche städtische Zuschüsse. Erst durch das Verhältnis „eigene Einnahmen“ zu den „Gesamteinnahmen“ wird sichtbar, in welchem Maße sich die Einrichtungen „selbst finanzieren“.
Dresdner Philharmonie 17,1%
Staatsoperette 13,0%
Theater der Jungen Generation 6,3%
Europäisches Zentrum der Künste Hellerau 23,6%.
Mit lediglich 6,3% Anteil eigener Einnahmen an den Gesamteinnahmen nimmt das Theater der Jungen Generation hier den letzten Platz ein (2009 waren es noch 7,3%). Die Operette finanziert sich zu 13,0% (2009 12,5%) und steigerte damit geringfügig ihren Eigenanteil gegenüber dem Vorjahr. Die Philharmonie liegt mit 17,1% eigenen Einnahmen ebenfalls unter dem Niveau, das sie 2009 inne hatte (18,6%). Die spürbare Steigerung des Europäischen Zentrums der Künste Hellerau von ehemals 17,4% in 2009 auf 23,6% in 2010 scheint ebenfalls darin begründet, dass 2009 nur neun Monate Spielbetrieb die Grundlage waren. Darüber hinaus zählen beim Europäischen Zentrum der Künste Hellerau auch immer enorme Summern Drittmittel durch Kunststiftungen in diese Berechnung mit hinein.
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