Dresden
Rückblick : Kultur

Zastrow: "Dresden ist in der Pflicht, alles Verbindende mit Polen zu erhalten, zu betonen und weiterzuentwickeln"

(Dresden/12.06.2012) Nach Aussagen des Kulturbürgermeisters Ralf Lunau plant die Stadt die Schließung des Kraszewski-Museums. Als Grund dafür gibt der Bürgermeister das Fehlen von Exponaten für eine Ausstellung an, nachdem die in Dresden vorhandenen Exponate zu Kraszewski im Dezember 2011 wieder nach Polen zurückgebracht wurden. Nach Medienberichten der vergangenen Tage gab und gibt es Angebote der polnischen Botschaft und des Kulturministeriums sich mit Exponaten und auch finanziell an einer neuen Ausstellung zu beteiligen.

Dazu erklärt Holger Zastrow, Vorsitzender der FDP-Fraktion im Dresdner Stadtrat:

"Dresden und Sachsen sind enger als jede andere deutsche Großstadt und jedes andere Bundesland mit Polen verbunden. Uns verbinden nicht nur eine Grenze und enge kulturelle, wirtschaftliche und persönliche Beziehungen, sondern über eine lange Zeit waren Sachsen und Polen sogar in einer dynastischen Union. Schließlich waren sowohl August II. als auch August III. nicht nur Kurfürsten von Sachsen, sondern auch Könige von Polen. Aus diesen Gemeinsamkeiten heraus ergibt sich für die Stadt Dresden die Verantwortung und die Pflicht, diese gemeinsame Geschichte zu bewahren und mit Leben zu füllen. Wer wenn nicht die Stadt Dresden müsste ein Interesse daran haben, alles Verbindende mit Polen zu erhalten, zu betonen und weiterzuentwickeln? Nicht umsonst hat der Freistaat Sachsen vor kurzem ein Verbindungsbüro in Breslau eröffnet.

Daher sind die Berichte über eine beabsichtigte Schließung des Kraszewski-Museums äußerst befremdlich und irritierend. Leider ist nicht zu erkennen, dass der Stadtverwaltung das Museum tatsächlich am Herzen liegt. Wir hätten erwartet, dass der Kulturbürgermeister mit ähnlichem Einsatz für ein kleines Museum kämpft, wie er sich für Prestigeprojekte wie das hochsubventionierte Festspielhaus Hellerau einsetzt. Dieses Engagement vermissen wir. Wo wir Leidenschaft erwarten, sehen wir Ignoranz. Es kann zudem nicht sein, dass die Stadt Millionenbeträge in Großprojekte wie das Kunstkraftwerk Mitte steckt und Bürgermeister Lunau dabei stets die aufwendigsten und teuersten Ausbauvarianten favorisiert, aber kleine interkulturelle Projekte wie das Kraszewski-Museum wegen vergleichsweise sehr niedrigen Summen sterben lässt. Das Kraszewski-Museum ist ein wichtiges sächsisch-polnisches Projekt und hat es verdient, dass man alles dafür tut, es zu erhalten. Dazu gehört ganz besonders, die Angebote der polnischen Botschaft und des Ministeriums zu prüfen. Dazu fordern wir Bürgermeister Lunau auf. Gegebenenfalls ist darüber nachzudenken, am Ausbaustandard des Kunstkraftwerkes ein „kleines bisschen“ zu sparen, um den Fortbestand kleinerer Kulturprojekte zu sichern."
 

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