Dresden
Rückblick : Verkehrspolitik

(Dresden/20.12.2012) In den vergangenen Wochen wurde die Kritik an einer Vielzahl von städtischen Ampeln immer lauter. In einem Medienbericht der Sächsischen Zeitung vom heutigen 20.12.2012 verteidigt der Chef des Straßen und Tiefbauamtes nun alle städtischen Ampeln.

Dazu erklärt Holger Zastrow, Vorsitzender der FDP-Stadtratsfraktion:

"Dresden hat zu viele Ampeln und Dresden plant vor allem viel zu viele weitere Ampeln. Mit jedem Straßenbauprojekt werden mehr Ampeln in Dresden aufgebaut, oft völlig unnötig. Diese Ampelsucht der Dresdner Stadtverwaltung verteuert jede Straßenbaumaßnahme ungemein und sorgt für zusätzliche Unterhaltskosten für die neuen Straßen. Dabei geht es nicht in erster Linie um notwendige Fußgängerampeln an vielbefahrenen Straßen, vor Krankenhäusern, Seniorenheimen, Kitas oder Schulen, sondern vor allem um die vielen neuen Ampeln an Straßenbahnhaltestellen. Diese Ampeln baut die Stadt aus eigenem Antrieb heraus. Sie sind vom Gesetzgeber nicht zwingend vorgeschrieben.

Was verwundert: Früher ging es auch ohne die teuren Zusatzampeln an Straßenbahnhaltestellen. Wie in der StVO vorgeschrieben, haben Kraftfahrzeuge einfach am Ende eines haltenden Straßenbahnzuges gestoppt und sind erst wieder losgefahren, wenn die Straßenbahn die Türen geschlossen hat. Zudem war klar, dass man an einer Bahn nicht mehr vorbeifahren durfte, wenn die Bahn in den Haltestellenbereich eingefahren war. Das war bewährte Praxis. Sind die Fahrzeugführer heute dümmer als früher?

Die von der Stadt überall neu angebrachten Rotampeln an Straßenbahnhaltestellen sorgen kaum für mehr Sicherheit. Leider kann es vorkommen, dass ein Verkehrsteilnehmer eine Straßenbahn im Haltestellenbereich übersieht. Aber genauso kann eine Ampel übersehen werden. Besonders die ungewöhnlichen Rotampeln an Haltestellen, die weder eine Gelb- noch eine Grünphase kennen, stellen oft nur ein trügerisches Mehr an Sicherheit dar. Stattdessen greift die Ampelsteuerung immer wieder in den Verkehrsfluss ein. Viele Ampeln schalten lange bevor eine Bahn überhaupt den Haltestellenbereich erreicht, auf Rot und geben den Haltestellenbereich erst dann wieder frei, wenn die Bahn längst über alle Berge ist. Das stiftet nicht nur zu gefährlichen "Wettrennen zwischen PKW und Bahn" an, sondern sorgt auch für mehr Staus. Das Beispiel Leipziger Straße zeigt, welche fatale Fehlwirkung für den Verkehrsfluss und welche enormen Zusatzkosten durch zu viele Ampelanlagen entstehen können.

Der ADAC und die vielen Bürger haben Recht, wenn sie viele neue Ampeln in Dresden kritisieren. Die Verwaltung sollte diese Kritik aufnehmen und ihre Arbeit anpassen, damit ließen sich am Ende sogar Kosten sparen. Denn solche unnötig hohen Ausbaustandards sind ein wesentlicher Grund dafür, warum die Baukosten steigen und so weniger Straßen saniert bzw. gebaut werden können."

Termine
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Meldung

Ratsdepesche Ausgabe 22

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