Dresden
Rückblick : Kulturpalast
Kulturpalast

Zastrow: „Damit ist die Debatte um den Neubau eines Konzertsaals am Neustädter Ufer wieder eröffnet!“

(Dresden/24.09.2008) Seit Jahren ringen Stadtverwaltung, Stadtrat und Orchesterleitung um eine anspruchsvolle Spielstätte für die Dresdner Philharmonie. Nachdem vor der Sommerpause im Stadtrat die Weichen für eine 65 Mio. EUR teure Instandsetzung, Modernisierung und den Umbau des Konzertsaals gestellt worden waren, stand der Kulturpalast als künftige Spielstätte endgültig fest. Der geplante Konzertsaal sollte höchsten Ansprüchen genügen und die Bedeutung des weltberühmten Klangkörpers für Dresden als Kunst- und Kulturmetropole unterstreichen. Wie Anfang dieser Woche nunmehr bekannt wurde, hat das Sächsische Landesamt für Denkmalpflege den Kulturpalast jetzt unter Denkmalschutz gestellt und Veränderungen am heutigen Saal starken Beschränkungen unterworfen.

Der kulturpolitische Sprecher der FDP-Stadtratsfraktion, Holger Zastrow, kritisiert die jüngste Entwicklung scharf:
„Diese handstreichartige Nacht- und Nebelaktion des Landesamtes für Denkmalpflege ist in ihrer Art und Weise inakzeptabel und hat weitreichende Konsequenzen für Dresden. Die Behörde hat klammheimlich, ohne jede Vorwarnung eine jahrelange Diskussion und eine wohlüberlegte Entscheidung der Dresdner ad absurdum geführt. So kann und darf Verwaltung nicht mit den Bürgern umgehen! Damit raubt sie der Kommunalpolitik selbstherrlich sämtliche Entscheidungsbefugnisse. Gewisse Parallelen zu anderen Baustellen der Stadt sind unverkennbar. Die FDP fordert die sofortige Rücknahme dieser Entscheidung.

Nach allen uns bisher vorliegenden Informationen bedeutet dies das Aus für die Pläne zum Bau des neuen Konzertsaales im Kulturpalast. Allein die Bedingungen, die das Landesamt für dessen Umbau formuliert haben soll, gefährden das Vorhaben akut. Für 65 Mio. EUR erwarten wir einen Saal, der höchsten Ansprüchen genügt; die prinzipielle Nutzbarkeit als Konzertsaal reicht nicht!

Zudem ist für die FDP die äußere Umgestaltung des Gebäudes Bedingung für eine Zustimmung zum Bau eines neuen Konzertsaales an dieser Stelle. Form und Inhalt müssen eine Einheit bilden. Wir können einem Weltklasseorchester nicht zumuten, in einem Gebäude zu spielen, dass inzwischen höchstens noch auf Kreisliganiveau ist. Gebraucht wird ein nach modernen architektonischen Gesichtspunkten umgestaltetes Gebäude mit ansprechendem Umfeld. Dazu ist eine Umgestaltung, die den Kulturpalast durchaus erkennbar lässt, aber die Architektur der ausgehenden Sechziger ins neue Jahrhundert überführt und einen modernen Akzent im Stadtzentrum setzt, notwendig. Nostalgie allein bildet weder den geeigneten Rahmen für die Philharmonie der Zukunft, noch bringt sie neue anspruchsvolle Kulturliebhaber in die Stadt. Es ist eine städtebauliche und kulturpolitische Rückwärtsrolle, wenn ein paar Landesbedienstete den Kulturpalast jetzt schöner reden als er in Wirklichkeit ist. Entweder der Kulturpalast wird innen und außen entscheidend aufgepeppt oder er steht als Gebäude selbst und hinsichtlich seiner künftigen Nutzung grundsätzlich in Frage.

Die Entscheidung der Denkmalschützer wird in der Folge auch den weiteren Aufbau des Neumarktes im Umfeld des Kulturpalastes behindern. Damit gefährdet man sehenden Auges die städtebauliche Entwicklung an dieser sensibelsten Stelle der Dresdner Innenstadt. Das Landesamt für Denkmalschutz züchtet so die Brachen der Zukunft!

Angesichts dieser jüngsten Entwicklungen ist die Debatte um den Neubau eines Konzertsaals am Neustädter Ufer für uns wieder eröffnet. Dass die Philharmonie einen neuen Konzertsaal braucht, steht fest. Wenn sich dieses Vorhaben im Kulturpalast nicht mehr umsetzen lässt, soll man die Unterhaltungsmusik dort belassen und muss sich nach ernsthaften Alternativen für die Philharmonie umsehen. Der Standort Narrenhäusel wäre hier die erste Wahl.“
 

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