Dresden
Rückblick : Elbradweg / Treidelpfad
Nutzbarmachung der historischen Treidelpfade steht in den Sternen - Stadtverwaltung blockiert Entlastung des Elberadweges

Stadtratsbeschluss wartet immer noch auf die Umsetzung
Zastrow: „Wer das schöne Wetter am ersten Maiwochenende genutzt und einen Ausflug auf dem Elberadweg unternommen hat, weiß um die unhaltbaren Zustände.“

(Dresden/07.05.2009) Auf Antrag der FDP beschloss der Stadtrat im Februar 2008 die schrittweise Freilegung und Nutzbarmachung der historischen Treidelpfade. Zeitplan und Konzept sollten bis April 2008 vorliegen. Im September 2008 teilte die Oberbürgermeisterin jedoch mit, das Konzept sei noch nicht erarbeitet, weil die Treidelpfade im „unmittelbaren Hochwasserschutzgebiet“ lägen, sich „nicht im Eigentum der Landeshauptstadt“ befänden, deshalb bisher nicht „öffentlich gewidmet“ wären, das „zuständige Wasser- und Schifffahrtsamt“ jedoch angefragt sei. Diese Fakten waren zur Beschlussfassung bekannt und konnten sogar dem Antragstext entnommen werden. Im März 2009 teilte die Oberbürgermeisterin schließlich mit, das Vorhaben müsse ganz aufgegeben werden, weil das Wasser- und Schifffahrtsamt die Zustimmung verweigere und die Treidelpfade im Umgriff des LSG „Dresdner Elbwiesen und Altarme“ lägen.

Dazu erklärt der Stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende, Holger Zastrow:

„Dieses Ergebnis ist entweder Ausdruck von deutlicher Überforderung oder der Stadtrat soll bewusst an der Nase herumgeführt werden. Wir wissen durch persönliche Kontakte und Presseberichte (z. B. vom 15./16. November 2008), dass beispielsweise der Treidelpfad auf der Neustädter Seite zwischen Wachwitz und Pillnitz im vergangenen Jahr durch eine private Initiative freigelegt und dafür auch sämtliche Genehmigungen durch das Wasser- und Schifffahrtsamt erteilt worden sind. Dass ein einzelner engagierter Bürger die Zuständigkeiten und Genehmigungsfragen selbständig klärt und erfolgreicher ist als die geballte Kraft der Stadtverwaltung muss nachdenklich stimmen. Zudem stellt sich die Frage, weshalb die Stadtverwaltung während der mehr als siebenmonatigen Dauer, in der der FDP-Antrag verschiedene Ausschüsse und Ortsbeiräte vor der Beschlussfassung im Stadtrat widerspruchslos passierte, nicht auf Probleme bei der Umsetzung des Beschlusses hingewiesen hat. Der Stadtrat muss sich als ehrenamtlich tätiges Gremium darauf verlassen können, dass die Verwaltung ihn rechtzeitig auf mögliche Fallstricke hinweist.

Wer das schöne Wetter am ersten Maiwochenende genutzt und einen Ausflug auf dem Elberadweg unternommen hat, weiß um die unhaltbaren Zustände. Familien mit kleinen Kindern, ältere Menschen, Radler, Jogger, Nordic Walker, Inline-Skater und Hundebesitzer wollen den Weg nutzen. Es ist nur eine Frage der Zeit, dass es hier zu Unfällen kommt. Genau diese Situation wollte die FDP mit ihrem Antrag auf unbürokratische und einfache Weise entschärfen. Freilegung und Beschilderung der Treidelpfade würde nicht nur einen weiteren kulturhistorisch interessanten Abschnitt der Dresdner Geschichte erschließen, insbesondere der Elbradweg auf der Neustädter Seite zwischen Stadtzentrum und Blauem Wunder könnte dadurch kurzfristig, wirksam und kostengünstig entlastet werden, weil ein zusätzlicher neuer Uferweg zur Verfügung stehen würde, der vorzugsweise von Fußgängern genutzt werden könnte. Die Eingriffe in die Natur seien im Gegensatz zu der manchmal diskutierten Schaffung neuer separater Radwege parallel zum Fußweg minimal, da die Treidelwege nur in Gehbreite von Unkraut, Überspülungen und Ablagerungen befreit und an einigen Stellen ausgebessert werden müssten. Einfacher geht es nicht.“

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Ratsdepesche Ausgabe 22

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