Dresden
Rückblick : Innenstadt
Wettbewerbsergebnis "Seetor"

Lässig: „Es ist verlogen, wenn Linke, Grüne und insbesondere die SPD die fehlende Barrierefreiheit bei Wahllokalen zum Wahlkampfthema machen und beim Seetor damit rechtfertigen, dass es sich um kein Bauwerk, sondern um ein Kunstobjekt handle.“

(Dresden/06.11.2009) Wichtige Bedingungen für die Realisierung des Siegerentwurfs des künstlerischen Gestaltungswettbewerbs „Seetor“ sind von Seiten der Stadtverwaltung bis jetzt nicht erfüllt worden. So liegt das vom Stadtrat seinerzeit geforderte Konzept für Wartung und Hygiene der begehbaren Kanalisation nicht vor und die Finanzierung der laufenden Wartungs- und Reinigungskosten von jährlich immerhin 7000 EUR ist nach wie vor nicht belastbar und ungeklärt. Die FDP fordert deshalb in einem entsprechenden Antrag den sofortigen Stopp der Umsetzung des umstrittenen Kunstwerks.
Wie bekannt wurde, haben die Behindertenverbände erst jetzt aufgrund der Berichterstattung in den Medien von dem Projekt erfahren und die Stadtverwaltung umgehend darauf aufmerksam gemacht, dass das Kunstobjekt für Menschen mit Behinderungen nicht zugängig ist und seine Realisierung deshalb in der geplanten Form sowohl aus rechtlichen Gründen als auch wegen der Ratifizierung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen durch die Bundesrepublik Deutschland nicht zulässig sei. Dieses Argument wird von der Stadtverwaltung und den Fraktionen von Linken, Grünen und SPD als „taktisches Manöver“ abgetan und die Durchsetzbarkeit des Kunstwerkes damit begründet, dass es sich hierbei um kein Bauwerk handle.
Dazu erklärt Barbara Lässig, kulturpolitische Sprecherin der FDP-Stadtratsfraktion und Mitglied im Behindertenbeirat:

„Es ist verlogen, wenn Linke, Grüne und insbesondere die SPD die fehlende Barrierefreiheit bei Wahllokalen zum Wahlkampfthema machen und beim Seetor damit rechtfertigen, dass es sich um kein Bauwerk, sondern um ein Kunstobjekt handle.

Wenn die Verwaltung die Kritik fehlender Barrierefreiheit dann sogar noch mit der Begründung abtut, „man könne auch nicht die Sixtinische Madonna abhängen, weil es blinde Menschen gibt oder die Philharmonie abschaffen, weil es Menschen gibt, die nichts hören“, oder es wird den Menschen mit Behinderungen sogar noch versichert, dass nach Fertigstellung des Bauwerkes geeignete Formen der Kunstvermittlung über Faltblätter oder Videodokumentationen angeboten werden sollen, dann ist dies geschmacklos, inakzeptabel und diskriminierend für die Betroffenen.

Die Rechte Behinderter sind für uns nicht verhandelbar.“  

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Ratsdepesche Ausgabe 22

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