Dresden
Rückblick : Verkehr

FDP lehnt Sperrung der Augustusbrücke und Einengung der Großen Meißner Straße ab

(Dresden/07.03.2010) Nach Medienberichten soll die Stadt eine dauerhafte Sperrung der Augustusbrücke und eine Einengung der Großen Meißner Straße von gegenwärtig bis zu sechs auf künftig lediglich zwei Fahrspuren planen. Zur Begründung wird immer wieder die Umwandlung der Augustusbrücke in eine Fußgängerbrücke nach dem Vorbild der Karlsbrücke in Prag herangezogen.

Dazu erklärt der Vorsitzende der FDP-Stadtratsfraktion Holger Zastrow:

"Die Befürworter sollten endlich die Realitäten zur Kenntnis nehmen. Die Augustusbrücke ist und wird keine Karlsbrücke. In ihrer Dimension und Funktionalität lässt sich das Dresdner Brückenbauwerk nicht mit dem in Prag vergleichen. Während die Karlsbrücke mit einer Breite von 10 Metern eine vergleichsweise kompakte und enge Brücke ausschließlich für Fußgänger ist, fährt auf der bis zu 25 Meter breiten Augustusbrücke sogar eine Straßenbahn. Allein dieser Umstand schließt für die Augustusbrücke den verspielt-romantischen Charakter der Karlsbrücke aus. Die Augustusbrücke wurde zwischen 1907 und 1910 als massive Straßenbrücke zur Aufnahme hoher Verkehrslasten konstruiert; eine Funktion, die die bereits 1357 erbaute Karlsbrücke nie hatte. Ein Verzicht auf die Augustusbrücke hätte zudem für den Straßenverkehr in Dresden erhebliche Auswirkungen. Zum Vergleich: In Dresden gibt es zurzeit sechs Brücken, wovon vier im Stadtzentrum liegen. In Prag gibt es 15 Brücken über die Moldau in der Innenstadt. Wer bei der derzeitigen Dresdner Verkehrssituation ernsthaft die Sperrung einer Brücke in Erwägung zieht, lebt in einer anderen Welt.


Solange die Waldschlösschenbrücke nicht steht, die Albertbrücke nicht saniert ist, die Brücke in Niederwartha nicht an die Verkehrsachsen angebunden und eine Lösung für das Blaue Wunder gefunden ist, verbieten sich solche Diskussionen von vornherein. Wichtiger wäre es, endlich mit den Sanierungsarbeiten an der Albertbrücke zu beginnen und über eine neue Brückenverbindung über die Elbe zwischen dem Ostragehege und Pieschen nachzudenken. Es ist enttäuschend zu sehen, dass sich die Dresdner Verkehrsplaner offenbar gern mit Liebhabereien beschäftigen, aber außerstande sind, die Sanierung der Albertbrücke rechtzeitig und solide zu planen und vernünftige Lösungen für die Folgen der absehbaren Sanierung des Blauen Wunders vorzulegen.


Der erneute Vorstoß zur Sperrung der Augustusbrücke ist ein weiterer untauglicher Versuch, den Sinn der Dresdner Elbbrücken in Frage zu stellen. Auch wenn die Augustusbrücke nicht die Belegungszahlen aufweist, die andere Dresdner Brücken haben, so stellt sie trotzdem ein wichtiges Bindeglied zwischen der Altstadt und der Neustädter Seite dar und wird von zahlreichen Autofahrern gern genutzt. Würde man sie sperren, hätte dies nicht nur eine Zunahme des Verkehrs auf der Carola- und der Marienbrücke zur Folge; damit würde man auch Fahrtwege und Fahrzeiten der heutigen Nutzer der Brücke deutlich verlängern. Dies ist weder volkswirtschaftlich noch umweltpolitisch sinnvoll. Ganz zu schweigen von der Entlastungsfunktion der Augustusbrücke bei den häufigen Staus auf den anderen Dresdner Brücken. Wer die Einengung der Großen Meißner Straße auf zwei Fahrspuren ernsthaft diskutiert, nimmt in Kauf, dass das Straßennetz rund um die Hauptstraße im Verkehrschaos versinkt. Ganz zu schweigen davon, dass die Stadt zurzeit mit Sicherheit nicht die finanziellen Mittel für einen derartig massiven Eingriff aufbringen kann.


Die FDP wird weder einer Sperrung der Augustusbrücke noch einer künstlichen Verengung der Großen Meißner Straße zustimmen."
 

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