Dresden
Rückblick :

Ganz Dresden verfolgt begeistert die Fußballweltmeisterschaft und drückt der deutschen Mannschaft heftig die Daumen. Endlich wieder einmal Weltmeister werden – das wär’s!

Dass Dresden einst den bekannten Fußballer und Fußballtrainer Helmut Schön beheimatet hatte, der die Bundesrepublik 1974 zum Fußballweltmeister machte, war offiziell dagegen schon beinahe in Vergessenheit geraten. Denn an einen der größten Sportler, der in Dresden geboren wurde, erinnern derzeit weder ein Straßen- noch ein Platzname. Doch wer in Dresden über Fußball sprach – und über Fußball sprach hier jeder – kam früher oder später zwangsläufig auf Helmut Schön.

20 Jahre nach der Wiedervereinigung und im Jahr der Fußballweltmeisterschaft ergriff der fußball-enthusiastische FDP-Stadtrat Jens Genschmar endlich die Initiative, eine Dresdner Straße nach Helmut zu benennen. Für dieses Anliegen begeisterte er auch die Fraktion der CDU und das Bürgerbündnis. Wenn der gemeinsame Antrag von FDP, CDU und Bürgerbündnis im Stadtrat beschlossen wird – wovon auszugehen ist – wird ab Herbst die Hauptallee zwischen Lingnerplatz und Lennestraße voraussichtlich in Helmut-Schön-Allee umbenannt.

Helmut Schön wurde am 15. September 1915 in Dresden geboren. Bereits mit 10 Jahren begann er beim Dresdner Sportverein Dresdensia Fußball zu spielen. Bereits mit 17 Jahren spielte er im Dresdner SC (DSC) in der ersten Mannschaft, brachte es bis 1945 auf über 700 Einsätze und 650 Tore. 1940 und 1941 holte er mit dem DSC den Pokal nach Dresden und gewann 1943 und 1944 sogar die Deutsche Meisterschaft. Zwischen 1937 und 1941 spielte er 17-mal für die Deutsche Fußballnationalmannschaft und schoss dabei insgesamt 16 Tore. Nach dem Krieg spielte er bei der SG Dresden-Friedrichstadt und arbeitete als Trainer in verschiedenen Mannschaften der damaligen Sowjetischen Besatzungszone. 1950 verließ er mit der fast kompletten Friedrichstädter Mannschaft Dresden und ging in den Westen. Hier trainierte er zunächst die damalige Nationalmannschaft des Saarlandes. 1964 wurde er schließlich Trainer der Deutschen Fußballnationalmannschaft und blieb dies bis zum 15. November 1978. Seine größten sportlichen Erfolge waren die Titelgewinne bei der Weltmeisterschaft 1974 und der Europameisterschaft 1972. Dresden ist vor der Wiedervereinigung die bedeutendste Fußballhochburg im Osten gewesen.

Zu DDR-Zeiten war es unmöglich, diesen Mann zu ehren. Und auch nach der Wende gab es für Helmut Schön keine Würdigung. Doch wenn am 15. September - dem Tag, an dem Helmut Schön 95 Jahre alt geworden wäre - die Umbenennung stattfindet, so Jens Genschmar, „wird endlich ein Dresdner geehrt, der in den Zeiten der Teilung Deutschland auszog, um Fußballgeschichte zu schreiben und stets ein Symbol der Hoffnung für eine Überwindung der Teilung blieb.“
 

Termine
Do 14.12.2017
Fr 15.12.2017
Meldung

Ratsdepesche Ausgabe 22

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