Dresden
Rückblick : Operette

Unvoreingenommene Prüfung aller vorgelegten Varianten zur Operette – Aber: Vor Operettenentscheidung müssen Finanzierung und Ablauf der Kulturpalastsanierung klar sein

(Dresden/29.09.2010) Nach Medienberichten vom heutigen Mittwoch wird die Oberbürgermeisterin den Stadträten in Kürze eine Vorlage zur Zukunft der Operette und des Theaters der Jungen Generation (TdJG) vorlegen. Weiter wird kolportiert, dass laut Vorlage die Operette nicht mehr ins Kraftwerk Mitte, sondern an den Wiener Platz und das TJG im Bestand saniert werden soll. Diese Planänderung zu den früheren Beschlüssen würde angeblich 20 Millionen Euro weniger kosten. Das gesamte Projekt Operette und TJG soll je nach Variante am Standort Kraftwerk Mitte oder am Wiener Platz zwischen 90 und 70 Millionen Euro kosten. Die Vorlage und die genauen Zahlen liegen den Stadträten bis jetzt noch nicht vor.

Dazu erklärt der Vorsitzende der FDP-Stadtratsfraktion Holger Zastrow:

„Wir werden die Vorlage der Oberbürgermeisterin unvoreingenommen und mit Sympathie prüfen. Aus Sicht der FDP-Fraktion besitzt der Vorschlag Wiener Platz Charme. Die Idee lässt es zu, das Projekt Operette neu zu denken. Anders als ein Operettenneubau im Kraftwerk Mitte der sowohl städtebaulich als auch kulturell einen Solitär und eine städtische Insellösung darstellt, reiht sich eine Investition an der Prager Straße in ein Gesamtkonzept ein, ist von zentraler Bedeutung für die Lösung mehrerer drängender städtebaulicher Probleme im unmittelbaren Stadtzentrum und fördert die positive Entwicklung wichtiger Branchen wie den Einzelhandel. Während die Zukunft des ehemaligen Kraftwerks Mitte bei allem Reiz der Vision eines Kunstkraftwerkes nicht zu den zwingend zeitnah zu lösenden Herausforderungen zählt, gehört die Vollendung der Prager Straße und die Schließung des Wiener Loches zu den wichtigsten Aufgaben. Wenn wir die Operette an diesem Platz tatsächlich ansiedeln könnten, schließt das die letzte Baulücke am Platz und vollendet die Prager Straße zum Hauptbahnhof hin. Das „Wiener Loch“ könnte eine sinnvolle Nutzung erfahren. Die Prager Straße könnte durch den Operettenneubau ergänzende Gewerbeflächen, Büros und Wohnungen an Attraktivität und Anziehungskraft gewinnen. Eine so große Investition würde zudem wichtige Impulse zur Belebung des Einzelhandels in der südlichen Prager Straße aussenden und ein Gegengewicht zu Centrum Galerie, Karstadt und Altmarkt Galerie bilden. Auch das von der Stadtverwaltung genannte Einsparpotential von 20 Millionen Euro gegenüber einem Neubau im Kraftwerk Mitte sind ein starkes Argument für den Wiener Platz.

Bei aller Faszination der Standortdiskussion und aller Berechtigung des Wunsches nach einer neuen Operette darf jedoch auch nicht vergessen werden, dass sich die Stadt finanziell nicht übernehmen darf. Während beispielsweise Leipzig das Naturkunde Museum schließt und bei der Oper einsparen muss, leisten wir uns in Dresden mitten in der Wirtschafts- und Finanzkrise ein neues Kulturprojekt nach dem anderen. Während andere Städte und Landkreise schmerzliche Einschnitte im Kulturbereich hinnehmen müssen und Theater zusammenlegen oder schließen, erhöht Dresden sein kulturelles Engagement immer weiter. Es stellt sich die Frage, wie lange das angesichts dauerhaft knapper Kassen gut gehen kann. Die für Dresden typische Kulturdevise „alles auf einmal“ anstatt „eins nach dem anderen“ birgt auch Risiken, denen man sich bei aller Wertschätzung für ein außerordentlich hohes finanzielles Engagement der Stadt für Kunst und Kultur bewusst sein muss. Deshalb muss als Mindestanforderung vor der Entscheidung über neue Vorhaben klar sein, was aus anderen diskutierten und bereits auf den Weg gebrachten Kulturprojekten wird. Bevor beispielsweise nicht vollkommene Klarheit über Finanzierung und Ablauf der Sanierung des Kulturpalastes besteht, dürfen neue Bauvorhaben im Kulturbereich nicht begonnen werden. Für uns als FDP hat dabei der Umbau des Kulturpalastes Priorität vor allen anderen Vorhaben.“
 

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