Dresden
Rückblick : Verkehrspolitik

Zastrow: "Erhalt der Vierspurigkeit ohne Alternative"

(Dresden/19.01.2011) Nach Medienberichten vom 19.01.2011 wird eine neue Planung zur Königsbrücker Straße mit einem Erhalt der vorhanden vierspurigen Struktur im Abschnitt von Bischofsweg bis Stauffenbergallee diskutiert.

Dazu erklärt der Vorsitzende der FDP-Fraktion im Dresdner Stadtrat, Holger Zastrow: "Diese aktuelle Diskussion war dringend notwendig, denn der Erhalt der vorhandenen Vierspurigkeit der Königsbrücker Straße mit befahrbaren Gleisen ist – entgegen anderslautenden Behauptungen – ohne Alternative! Die FDP bleibt daher bei ihrer Position und wird weiter gegen einen Rückbau der Königsbrücker Straße und die damit verbundene Einengung des Individualverkehrs auf eine einzige Fahrspur kämpfen.

Die Verkehrsprognose bis 2025 zeigt einen Anstieg der Verkehrszahlen im Vergleich zur älteren Verkehrsprognose für 2020 im Bereich zwischen Tannenstraßen und Bischofsweg um über 10 Prozent an. Bereits bei den deutlich geringeren Belegungszahlen aus der Verkehrsprognose 2020 hat die Landesdirektion die Durchlässigkeit der Verkehrsplanung hinterfragt. Wer aber nun bei den Zahlen für 2025 ernsthaft immer noch einen Rückbau der Straße und ab dem Bischofsweg nur noch eine Spur für Autofahrer fordert, stand offensichtlich morgens auf der Königsbrücker noch nie im Stau oder betreibt aus rein ideologischen Gründen eine Verkehrspolitik, die absichtlich einzig und allein zu Lasten der Autofahrer gehen soll. Eine wachsende Stadt wie Dresden braucht leistungsfähige Verkehrswege. Das gilt besonders für die Verbindung des Stadtzentrums mit den Gewerbegebieten im Norden. Es ist ein Irrweg, durch Rückbaumaßnahmen Hauptverkehrsstraßen wie die Königsbrücker Straße defacto zu Nebenstraßen zu degradieren. Den Preis dafür würden die Anwohner bezahlen, weil sich der Verkehr dann Wege durch Wohngebiete suchen würde.

Die Königsbrücker wird bereits heute in weiten Teilen vierspurig befahren, indem der Gleisbereich durch den Individualverkehr mitgenutzt wird. Andernfalls wären die hohen Verkehrsbelegungszahlen der Straße überhaupt nicht zu bewältigen. Vor diesem Hintergrund entspräche ein zweispuriger Ausbau mit eigenem Gleiskörper für die Straßenbahn gegenüber dem heutigen Ausbaustandard selbstverständlich einem Rückbau, weil die verbleibende Fahrbahn nicht mehr zulassen würde, dass zwei Fahrzeuge parallel nebeneinander fahren könnten.

Bis heute sind die Stadt und die Befürworter eines Rückbaues den Nachweis schuldig geblieben, dass eine zweispurige Variante die gleiche Durchlassfähigkeit hätte wie eine vierspurige Variante mit befahrbaren Gleisen. Es wäre auch verwunderlich, wenn eine im Moment vierspurig genutzte Straße nach einem Rückbau auf zwei Spuren eine höhere Durchlassfähigkeit hätte. Dass derartige Behauptungen auch zu Recht bezweifelt werden dürfen, kann sich jedermann gerne schon heute auf der Bodenbacher Straße, der Leipziger Straße oder der Lennéstraße mit eigenen Augen ansehen. Es erfolgte zwar eine Beschleunigung des Öffentlichen Nahverkehrs. Diese ging aber einseitig zu Lasten des Individualverkehrs, der sich seither stärker als zuvor im Stop-and-Go-Verkehr vorwärts bewegt. Die von einigen Parteien und Interessenvertretern ideologisch gewollte Behinderung des Autoverkehrs ist mit der FDP nicht zu machen.

Die FDP setzt auf einen Interessensausgleich aller Verkehrsteilnehmer statt auf eine Bevorzugung eines einzigen. Deshalb ist der Erhalt der Vierspurigkeit der Königsbrücker Straße richtig, da er sowohl den ÖPNV als auch den Individualverkehr beschleunigt und die Bedingungen für Radfahrer und Fußgänger deutlich verbessert."

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Ratsdepesche Ausgabe 22

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