Dresden
Rückblick : Rudolf Harbig

(Dresden/06.01.2012) Am 8. November 2013 steht der 100. Geburtstag von Rudolf Harbig an. Seit der Umbenennung des Rudolf-Harbig-Stadions und der Auswechslung der Ausschilderung in Glücksgas-Stadion nach dem gleichnamigen Sponsor ist Rudolf Harbig aus der Öffentlichkeit in Dresden vollständig verschwunden. Dies nahm die FDP-Fraktion zum Anlass, einen Antrag in den Stadtrat einzureichen, um mit der Benennung einer Schule oder Straße nach Rudolf Harbig den Name dieses bedeutenden Dresdner Sportlers wieder in die öffentliche Wahrnehmung zu rücken.

Dazu erklärt FDP-Stadtrat Dr. Thoralf Gebel:

"Bis zum 100. Geburtstag von Rudolf Harbig müssen wir in Dresden wieder eine Schule oder eine Straße mit dem Name haben. In vielen Städten Deutschlands sind Straßen, Plätze, Stadien oder Sportplätze nach dem Dresdner Spitzensportler Rudolf Harbig benannt, nur in seiner eigenen Heimatstadt gibt es nun keine öffentliche Würdigung mehr. Das wollen wir ändern. Rudolf Harbig war einer der größten Dresdner Sportler und verdient einen festen Platz und eine Ehrung in Dresden.

Wir wollen eine Schule nach Rudolf Harbig benennen. Da man eine Schule aber nur im Zusammenspiel mit Eltern und Schülern umbenennen sollte, braucht es eine intensive Diskussion und deshalb wollten wir mit unserem Antrag keine Schule von oben festlegen. Aus Sicht der FDP-Fraktion bietet sich dazu die Benennung einer der Dresdner Schulen mit sportfachlichem Profil nach Rudolf Harbig an. Beispielsweise liegt in unmittelbarer Nähe des Glücksgas-Stadions und damit der ehemaligen Ilgen-Kampfbahn, auf der Harbig einen Weltrekord lief, die 10. Grundschule mit sportlichem Profil, die den Leistungssport unter anderem in den Bereichen Leichtathletik und Fußball fördert. Ab Februar 2012 ist für 6 Monate die Sanierung der Grundschule geplant, sodass die Schule ab dem neuen Schuljahr 2012/13 wieder regulär genutzt werden kann. Dies wäre doch auch eine hervorragende Gelegenheit für eine Namensgebung. Aber auch das Sport-Gymnasium oder die Sport-Mittelschule im Ostragehege würden sich anbieten, da Rudolf Harbig auf dem Sportplatz im Ostragehege regelmäßig trainiert und junge Sportler unterrichtet hat.

Darüber hinaus soll auch geprüft werden, ob im Zuge der aktuellen Umbenennung von doppelt vergebenen Straßennamen in Dresden eine Straße in Rudolf-Harbig-Straße umbenannt werden kann. Dabei wäre eine Straße im Bereich Pieschen sachgerecht, da Harbig hier lebte. Auch eine solche Umbenennung würde nachhaltig an Rudolf Harbig erinnern und die Verbundenheit zu seiner Heimatstadt verdeutlichen. Es wäre schön, wenn unser FDP-Antrag bis ins Jahr 2013 umgesetzt werden könnte. Denn am 8. November 2013 wäre Harbig 100. Jahre alt geworden. Dieser Tag bietet sich zu einer feierlichen Namensgebung für eine Straße an."


Zu Rudolf Harbig:

Rudolf Harbig verbesserte 1939 im 800-Meter-Lauf den deutschen Rekord auf 1:49,4 Minute. Eine Woche später knackte er den Weltrekord und rannte eine damals fantastische Zeit von 1:46,6 Minute. Diese Zeit war so fabelhaft, dass die Nachrichtenagenturen sie damals sicherheitshalber in Buchstaben verbreiteten: Eins-sechs-und-vierzig-sechs. Weder davor noch danach wurde dieser Rekord so deutlich gebrochen und bis 1955 hatte dieser Rekord Bestand. Rudolf Harbig erzielte zwei weitere Weltrekorde über 400 m und 1000 m. Den 1000-Meter-Weltrekord lief er am 24. Mai 1941 auf der Ilgen-Kampfbahn, dem Standort des späteren Rudolf-Harbig- bzw. Dynamo-Stadions und heutigen Glücksgas-Stadions. Bis heute ist er der einzige Athlet, der diese drei Rekorde gleichzeitig inne hatte. Danach musste er seine Sportlerkarriere für immer unterbrechen, denn er wurde im Zweiten Weltkrieg eingezogen und an die ukrainische Front versetzt. Dort starb er am 5. März 1944.

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Ratsdepesche Ausgabe 22

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