Stelle an der Schloßstraße
Stadtrat Robert Malorny, Dieter Uhlmann, Susann Müller-Milano, Heiko Meyer (r.) und Markus Harich, Friederike Wachtel, Johannes Lohmeyer, Marc Arendt, Mike Borowsky, Axel Klein

Initiative für einen Erinnerungsort für Opfer des Messerattentats

Der CSD Dresden e.V. hat angeregt, dass die Stadt Dresden an der Schloßstraße eine Gedenktafel für den am 4. Oktober ermordeten Thomas L. errichtet. Wir befürwortet dieses Anliegen und stellen einen entsprechenden Antrag im Stadtrat.

Holger Hase, kulturpolitische Sprecher der Fraktion, äußert sich wie folgt dazu:

„Was am 4. Oktober im Herzen unserer Stadt geschehen ist, darf nicht totgeschwiegen werden. Für die Vielfalt der Lebensentwürfe einzustehen, bedeutet eben nicht nur, an schönen Tagen die Regenbogenfahnen zu hissen, sondern auch hinzusehen und aufzustehen, wenn Homophobie und religiöser Extremismus in unserer Stadt Menschenleben fordern. Wir danken deshalb dem CSD Dresden e.V. für die Ausrichtung der Gedenkveranstaltung Anfang des Monats, die ein klares Signal gesetzt hat.

Der Gedanke, einen würdevollen Erinnerungsort für die Opfer des Anschlages an der Schloßstraße zu schaffen, liegt auch uns sehr am Herzen.

Der von uns erarbeitete Stadtratsantrag beauftragt den Oberbürgermeister, in Abstimmung mit den Hinterbliebenen von Thomas L. ein Konzept für einen solchen Erinnerungsort zu entwickeln, der uns nicht nur an den Anschlag erinnert, sondern auch mahnt, dass die Werte, für die wir einstehen, verteidigt werden müssen.

Da wir derzeit noch nicht alle Informationen über die Tat haben und um den Angehörigen Zeit zum Trauern einzuräumen, soll den Stadträten das Konzept für den Erinnerungsort erst in einem Jahr zur Entscheidung vorgelegt werden. Gleichzeitig ist der Antrag ein Versprechen, dass wir nicht nur heute an das Opfer denken, sondern auch in der Zukunft sein Andenken angemessen würdigen werden.“