Dresden
ANTRÄGE DER FDP-FRAKTION IM DRESDNER STADTRAT

Zukunft des Verkehrsmuseums - Klärung der Standortfrage
(eingereicht am 08.10.2012)

Beschlussvorschlag:

Die Oberbürgermeisterin wird beauftragt, zur Klärung der Chancen eines dauerhaften Ver-bleibs des Verkehrsmuseums im Johanneum Verhandlungen mit dem Freistaat Sachsen aufzunehmen und im Falle einer negativen Verbleibsprognose oder neuer museumsstrategi-scher Überlegungen Standortalternativen zu untersuchen. Die Konsequenzen aus der Ver-ringerung der Ausstellungsfläche durch das Auslaufen des Mietvertrages für den Langen Gang zum 31.12.2015 sind in die Überlegungen ebenso aufzunehmen wie konzeptionelle Vorstellungen der Museumsleitung und die langfristige Betrachtung der Depotsituation. E-ventuell auf die Stadt zukommende finanzielle Anforderungen, beispielsweise für die Anmie-tung geeigneter Räumlichkeiten oder den Erwerb bzw. den Bau einer Immobilie für die Un-terbringung des Verkehrsmuseums an einem neuen Standort sowie weitere Investitionen in die Museumsinfrastruktur, sind kalkulatorisch darzustellen. Über die Ergebnisse der Ver-handlungen und Überlegungen ist der Stadtrat bis zum 31.12.2013 zu informieren.
 

Begründung:

Die Museumskonzeption 2020 des Freistaates Sachsen sowie mehrere Antworten auf Klei-nen Anfragen von Abgeordneten im Sächsischen Landtag zeigen, dass das Land plant, das Johanneum langfristig einer Nutzung zuzuführen, die dem Charakter des Gebäudes eher gerecht wird als die derzeitige Nutzung als Verkehrsmuseum. Auch die Landeshauptstadt Dresden wurde bereits im Jahr 2009 vom Freistaat Sachsen über derartige Pläne informiert.

Momentan hat das Verkehrsmuseum Dresden vom Freistaat Sachsen das Johanneum am Neumarkt und den Langen Gang hinter dem Fürstenzug für museale Zwecke gemietet. Im Langen Gang ist die Dauerausstellung zur Schifffahrtsentwicklung untergebracht. Der Miet-vertrag für den Langen Gang läuft bereits zum 31.12.2015 aus, so dass die Schifffahrtsaus-stellung an diesem Standort nicht weiter gezeigt werden kann. Der Freistaat geht darüber hinaus laut Museumskonzeption 2020 von einem Freiziehen des Johanneums und damit einem Auszug des Verkehrsmuseums zum 31.12.2020 aus.

Wenn das Verkehrsmuseum langfristig als kulturelle Einrichtung in Dresden gesichert wer-den soll, muss sich die Landeshauptstadt frühzeitig in einen Klärungsprozess begeben und durch Verhandlungen mit dem Freistaat Sachsen prüfen, ob und zu welchen Konditionen ein dauerhafter Verbleib des Verkehrsmuseums im Johanneum denkbar ist, und ggf. andere Museumsstandorte untersuchen. Unabhängig von den Vorstellungen des Freistaates als Eigentümer des Johanneums können auch neue strategische Überlegungen des Museums selbst, die Verringerung der Ausstellungsfläche durch den Verlust des Langen Ganges und Überlegungen bezüglich der Depotgestaltung die Suche nach einem neuen Standort recht-fertigen.

Da die Stadt Dresden u.a. durch den Umbau des Kulturpalastes und das Kunstkraftwerk Mit-te in den nächsten Jahren enorme Investitionsvorhaben im Kulturbereich realisieren will, ist es notwendig, mögliche weitere, sich aus der Klärung der Standortfrage des Verkehrsmuse-ums ergebende finanzielle Herausforderungen rechtzeitig zu erkennen und in die mittelfristi-ge Finanzplanung einzustellen.