Dresden
ANTRÄGE DER FDP-FRAKTION IM DRESDNER STADTRAT

Transparente Hallenzeitvergabe unter sportstrategischen und bedarfsgerechten Gesichtspunkten sicherstellen (eingereicht am 24.10.2013)

Beschlussvorschlag:
Die Oberbürgermeisterin wird beauftragt, ein transparentes Vergabekonzept für die Hallenzeiten der städtischen Sporthallen, sowohl für Trainings- als auch für Wettkampfzeiten, mit folgenden sportstrategischen und bedarfsgerechten Schwerpunkten zu erarbeiten:

1. Beachtung der Dresdner Kernsportarten;
2. Beachtung der überregionalen Bedeutungen von verschiedenen Sportarten und Vereinen;
3. Beachtung der Spezifik der verschiedenen Sportarten – bspw. müssen Volleyballvereine bevorzugt in Hallen mit entsprechender Hallenhöhe trainieren und ihre Wettkämpfe austragen;
4. Einführung eines elektronischen Übersichtsplanes und Bedarfsanmeldesystems für die Vereine;
5. nach Möglichkeit Beachtung der Anforderungen des Kreissportbundes vom April 2013.

Das Konzept ist dem Stadtrat bis zum 30.06.2014 vorzulegen.

Begründung:
In den vergangenen Jahren wurden den Dresdner Sportvereinen immer mehr ihrer kostbaren Hallenzeiten gestrichen. Das beruht zum einen auf der gestiegenen Auslastung der städtischen Hallen durch den Schulsport sowie durch immer wieder auftretende Sperrungen von Hallen. Dazu kommen der Abriss bzw. die Sanierung von Hallen. Zum anderen beruht es auch auf dem erfolgten Ausbau der Ganztagsangebote bei Schulen, welche die angeschlossenen Turnhallen nutzen. Um dem insgesamt entgegen zu wirken und auch die Interessen der Dresdner Vereine einzubeziehen, hat der Stadtrat im Juni 2012 den Antrag A0511/11 „Schulbau- und Schulsanierungsprogramm sportstrategisch anpacken“ beschlossen. Obwohl seit dem Beschluss des Antrages bereits mehrere Sporthallen beauftragt wurden, hat der Beschluss bisher zu keinerlei Handlungen innerhalb der Stadtverwaltung geführt. Es wurde lediglich eine Arbeitsgruppe gegründet, die seit dieser Zeit ohne Ergebnis tagt. Parallel zu diesem Stillstand in der Verwaltung, was die Einbeziehung des Vereinssports in die Konzeption und den Neubau von Hallen angeht, hat sich die Situation für die Vereine weiter verschärft, und zwar soweit, dass im April die Mitglieder des Kreissportbundes die klare Forderung an die Landeshauptstadt formuliert haben, dass die Turnhallen von Schulen ab 16 Uhr (Grundschulen) bzw. ab 17 Uhr (weiterführende Schulen) dem Vereinssport zur Verfügung gestellt werden. Auch diese Forderung hat zu keinerlei Konsequenzen in der Stadtverwaltung geführt. Im Gegenteil, für das neue Schuljahr 2013/2014 sind weitere Kürzungen der Zeiten für den Vereinssport absehbar bzw. wurde das den Vereinen bereits mitgeteilt. Die Situation wird noch durch die Hochwasserschäden aus dem Juni-Hochwasser und der daraus resultierenden Sanierungsmaßnahmen an den vorhandenen Sportanlagen weiter verschärft. Dazu kommt auch die Besitzstandswahrung bei den aktuellen Hallenzeiten. So gibt es trotz begründeter Interessen sowie Anforderungsprofilen der Sportarten in den meisten Fällen überhaupt keine Möglichkeit, Hallenzeiten neu zu planen bzw. zu vergeben. Gerade dies wäre aber angesichts der sich ständig entwickelnden Sportlandschaft in der Landeshauptstadt und der veränderten Hallensituation (geschlossene Hallen, gestrichene Hallenzeiten usw.) dringend notwendig. Da eine Einigung zwischen Vereinen meist schwierig ist, denn kein Verein gibt gern Trainingszeiten oder Hallenzeiten ohne Alternativen ab, muss die Stadt hier steuernd eingreifen. Nur durch ein zentrales und für alle klar und transparent arbeitendes Hallenzeitenvergabesystem, dass die wesentlichen Anforderungen der Sportarten und Vereine berücksichtigt, ist eine bessere Auslastungen der städtischen Hallen zu gewährleisten. Auch ein neues Vergabesystem wird langfristig nichts an der zwingenden Notwendigkeit zur Umsetzung des Beschlusses A0511/11 ändern, sondern kann nur eine Ergänzung sein, um besonders bei der Planung der Trainingszeiten bei den neuen Hallen gleich von Anfang an eine besondere Berücksichtigung für den Vereinssport in Dresden zu gewährleisten. Darüber hinaus kann es aber auch zeitnah vor dem Beginn des nächsten Schuljahres 2014/2015 eine Verbesserung für den Vereinssport bringen, denn für viele  Sportvereine ist es 5 vor 12. Es wurden ganze Trainingseinheiten in den Schulobjekten gestrichen. Wir haben teilweise völlig überfüllte Sportflächen, wo nicht mehr normal mit den Sportlerinnen und Sportlern gearbeitet werden kann. Diese Missstände könnten einfach bewältigt werden. Dazu bedarf es allerdings einer zentralen Weichenstellung durch die Landeshauptstadt.