Dresden
ANTRÄGE DER FDP-FRAKTION IM DRESDNER STADTRAT

Antrag

Gegenstand: Brücke über den Lockwitzbach im Zuge der Prof.-Billroth-Straße

Beschlussvorschlag:

  1. Der Stadtrat beschließt, der Abriss der Brücke über den Lockwitzbach im Zuge der Prof.-Billroth-Straße erfolgt nicht vor Abschluss der Arbeiten zur grundhaften Erneuerung des Verkehrszuges Heidenauer Straße/Prof.-Billroth-Straße/Lugaer Straße von der Lungkwitzer Straße bis zum Narzissenweg und nicht vor Beendigung des Ausbaus der Dohnaer Straße (B 172).
     
  2. Der Oberbürgermeister wird beauftragt, umgehend die Voraussetzungen für eine erneute, provisorische Freigabe der Brücke für den Fahrzeugverkehr bis zu deren Abriss, mindestens jedoch für die Dauer der grundhaften Erneuerung des Verkehrszuges Heidenauer Straße/Prof.-Billroth-Straße/Lugaer Straße und der Dauer der Nutzung dieses Verkehrszuges als Umleitungsstrecke für den Ausbau der Dohnaer Straße (B 172), zu schaffen.
     
  3. Die geplante Einordnung eines Ersatzneubaus für die Brücke ist zeitnah zu prüfen. Der Ersatzneubau soll als vollwertige Verkehrsbrücke ausgeführt werden, die eine dauerhafte Wiedereinrichtung der Verkehrsverbindung für den Fahrzeugverkehr von der Prof.-Billroth-Straße in die Bahnhofstraße ermöglicht.

 

Begründung

Die Bahnhofstraße wurde 2006 im Abschnitt Sosaer Straße bis Gleisschleife im Rahmen von Maßnahmen zur Hochwasserschadensbeseitigung grundhaft ausgebaut und instandgesetzt. Im Zuge dieser Verkehrsbaumaßnahme erfolgte u. a. eine Neugestaltung der Anbindung der Prof.-Billroth-Straße an die Bahnhofstraße. Die Brücke über die Lockwitz ist für den Fahrzeugverkehr seitdem gesperrt und die Anbindung der Prof.-Billroth-Straße an die Bahnhofstraße nur noch als Gehbahnüberfahrt gewährleistet.

Der Verkehrszug Prof.-Billroth-Straße/Lungkwitzer Straße hat die Funktion einer Sammelstraße und stellt eine wichtige Verbindung zwischen der Bahnhofstraße und der Dohnaer Straße (B172) in Luga dar. Seit Sperrung der Brücke über die Lockwitz muss deren gesamter Verkehr einschließlich der Busse der Linie 73 und des LKW-Verkehrs durch die Heidenauer Straße aufgenommen werden. In der Folge kommt es hier zu einer extrem hohen Verkehrsbelastung mit entsprechenden Lärm-, Staub- und Abgasemissionen und einem deutlich erhöhten Sicherheitsrisiko für Fußgänger und Radfahrer. Betroffen davon sind vor allen Dingen Kinder, Eltern und Personal der Kindertagesstätte Heidenauer Straße 4.

Mit Beschluss der Vorlage V2250 soll die grundhafte Erneuerung des Verkehrszuges Heidenauer Straße/Prof.-Billroth-Straße/Lugaer Straße von der Lungkwitzer Straße bis zum Narzissenweg erfolgen. Diese Erneuerung ist wegen der starken Fahrbahnschäden, schlechter Gehwege, schadhafter Straßenentwässerung und verschlissener Straßenbeleuchtungsanlagen dringend erforderlich. Umso mehr, weil geplant ist, diesen Verkehrszug während des vorgesehenen Ausbaus der Dohnaer Straße (B 172) im Jahr 2009 als Umleitungsstrecke zu nutzen.

Die Sperrung der Brücke über die Lockwitz im Zuge der Prof.-Billroth-Straße erfolgte seinerzeit ausschließlich aus „verkehrsorganisatorischen Gründen“ und wegen des später geplanten Abrisses. „Statik und Bauzustand der Brücke würden nach wie vor den einspurigen Verkehr ohne Lastbeschränkung bzw. den zweispurigen Verkehr mit Beschränkung auf 15 t zulassen.“ (siehe hierzu Schreiben des Beigeordneten für Stadtentwicklung vom 22. Januar 2008) Der Abriss der Brücke wird vom Umweltamt aus Gründen des Hochwasserschutzes „befürwortet“, da sie „eine der kritischsten Engstellen am Lockwitzbach im Stadtgebiet von Dresden“ darstellt.
Bis zu ihrem Abriss wäre eine Wiedereröffnung möglich und aus verkehrlichen Gründen nicht nur sinnvoll, sondern dringend geboten. Sowohl während der Erneuerung des Verkehrszuges Heidenauer Straße/Prof.-Billroth-Straße/Lungkwitzer Straße als auch bei der Nutzung dieses Verkehrszuges als Umleitungsstrecke im Zuge des Ausbaus der Dohnaer Straße stünde so eine weitere Zufahrt zur Bahnhofstraße zur Verfügung. Dies würde die Anwohner der Heidenauer Straße und die Kindertagesstätte spürbar entlasten. Aufgrund der geringen Besiedlungsdichte in diesem Teil der Prof.-Billroth-Straße würde dies zu keinen zusätzlichen Belastungen für Anwohner führen.

Den öffentlichen Verlautbarungen der Stadtverwaltung, zuletzt im Rahmen der Begründung zur Vorlage Nr. 2250, ist zu entnehmen, dass nach Abriss der Brücke die „Einordnung eines Ersatzneubaus“ geplant ist. Von Seiten des Umweltamtes bestanden „von vornherein keine Einwände gegen einen den Anforderungen des vorsorgenden Hochwasserschutz entsprechend dimensionierten Ersatzneubau“.
Ein solcher Ersatzneubau darf jedoch schon aus Gründen des Kosten-Nutzen-Verhältnisses nicht als reine Fußgänger- und Radfahrerbrücke erfolgen. Eine Brücke an dieser Stelle sollte vielmehr wieder allen Verkehrsteilnehmern zur Verfügung stehen. Damit ließe sich die Lebensqualität für die Kindertagesstätte und die Anwohner der Heidenauer Straße dauerhaft verbessern.