Dresden
Rückblick :

(Dresden/24.06.2013) Nach Medienberichten der vergangenen Woche beklagen viele Eltern zu lange Wartezeiten bei Kinderärzten. Danach gibt es derzeit 55 niedergelassene Kinderärzte, was aber nach Aussagen der für die Zulassung zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung einen Versorgungsgrad von 146,9 Prozent darstellt. Dieser Versorgungsgrad berechnet sich nach der Einwohnerzahl, und ist in ganz Sachsen gleich. Aufgrund des demographischen Wandels ist bereits heute absehbar, dass es vor allem im ländlichen Raum einen höheren Bedarf an Allgemeinmedizinern geben wird, um den erhöhten Betreuungsaufwand einer deutlich älteren Gesellschaft decken zu können. Spezifisch für Dresden ist die erfreuliche Situation, dass aufgrund der hohen Geburtenzahlen und des Zuzuges von Familien der Anteil von Kindern und Jugendlichen an der Gesamtbevölkerung wächst und künftig weiter zunehmen wird. Darüber hinaus sind auch die Anforderungen an Kinderärzte beispielsweise durch die Einführung der verpflichtenden U-Untersuchungen in den vergangenen Jahren noch gewachsen.

Dazu erklärt Dr. Frank Kroschinsky, sozial- und gesundheitspolitischer Sprecher der FDP-Stadtratsfraktion:

"Viele Kommunen in Sachsen wären sehr froh, wenn eine solche Vielzahl an kleinen Mädchen und Jungen die Kinderärzte auf Trapp hielte. Die aktuellen Zahlen für die Landeshauptstadt verdeutlichen die problematische Situation in der ambulanten Versorgung aber sehr anschaulich. Eine medizinische Versorgung nach Planzahlen geht einfach an der Lebenswirklichkeit der Familien und dem realen Bedarf vorbei. In Dresden haben wir aufgrund des Bevölkerungswachstums und unseres Rufes als Deutschlands Geburtenhauptstadt einen nachweislich höheren Bedarf bei der kinderärztlicher Betreuung als dies die reine Bevölkerungszahl erkennen lässt. Dazu kommt, dass sich wie bei den Hausärzten auch die Situation bei den Kinderärzten in den nächsten Jahren dadurch verschärfen wird. Viele Ärztinnen und Ärzte die altersbedingt ausscheiden finden keinen Nachfolger, da das Interesse zu einer Praxisübernahme durch junge Kolleginnen und Kollegen aufgrund Budgetierung, Reglementierung und Bürokratisierung begrenzt ist.

Wenngleich die Organisation der ambulanten Gesundheitsversorgung nicht im Aufgabenbereich der Kommunen liegt, so müssen wir hier als politisch Verantwortliche gemeinsam mit der Kassenärztlichen Vereinigung nach Lösungen suchen. Der in der neuen Bedarfsplanungsrichtlinie eingeführte Demographiefaktor sollte nicht nur dazu genutzt werden, um die Bedürfnisse einer alternden Bevölkerung im ländlichen Raum besser zu berücksichtigen, sondern auch um Spielräume für Regionen mit einem gegenläufigen Trend von hohen Kinderzahlen zu gewinnen. Dresden braucht einen erweiterten Demographiefaktor. Darüber hinaus stellt auch die Schaffung attraktiver Rahmenbedingungen für niederlassungswillige Ärztinnen und Ärzte eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe dar, die nicht von der Selbstverwaltung allein gelöst werden kann. Hier müssen wir als Kommune Weichen stellen und mit der kassenärztlichen Vereinigung und der Landesebene ins Gespräch kommen."

Termine
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Ratsdepesche Ausgabe 22

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